Bau & ArchitekturTunnel

Hauptdurchschlag im Ceneri-Basistunnel

tvi.ticker • 21. Januar 2016

Der Bau des Ceneri-Basistunnels

Wie der Gotthard-Basistunnel besteht der 15,4 km lange Ceneri-Basistunnel aus zwei Einspurröhren, die alle 325 m mit einem rund 40 m langen Querschlag verbunden sind. Aufgrund seiner Länge sind keine Spurwechsel oder Nothaltestellen nötig.

Hauptdurchschlag im Ceneri-BasistunnelFoto: AlpTransit Gotthard AGIn der Weströhre des Ceneri-Basistunnels erfolgte der Hauptdurchschlag mit hoher Genauigkeit: Seitlich betrug die Abweichung 2 cm, in der Höhe 1 cm.

Der Ceneri-Basistunnel wurde wegen der komplexen Geologie ausschließlich im Sprengvortrieb ausgebrochen. Die maximale Felsüberlagerung beträgt 900 m, die geringste nur wenige Meter. Der größte Teil des Ausbruchs erfolgte gleichzeitig in beide Richtungen vom Zwischenangriff Sigirino aus. Von den Portalen Vigana und Vezia wurden Gegenvortriebe ausgeführt, um Zeit und Kosten zu minimieren. Insgesamt wurden beim Bau des Ceneri-Basistunnels rund 8 Mill. t Material ausgebrochen.

Erste Vorarbeiten erfolgten bereits 1997 mit dem 3,1 km langen Erkundungsstollen. 2008 brach eine Tunnelbohrmaschine einen 2,3 km langen Fensterstollen aus. Am Ende dieses Stollens befinden sich zwei unterirdische Kavernen, die seit 2010 Ausgangspunkt für die Hauptvortriebe Richtung Süden und Norden waren.

Der zweite Hauptdurchschlag in der Oströhre findet anfangs nächster Woche statt. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels erfolgt voraussichtlich im Dezember 2020.

Nächste Arbeitsschritte im Ceneri-Basistunnel

Mit dem Hauptdurchschlag sind die Arbeiten im Ceneri-Basistunnel noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten wird der Innenausbau des Tunnels weiter vorangetrieben. Bis Ende 2016 werden alle Röhren und Stollen ausgekleidet und fertig betoniert sein. Die Spezialisten der Rohbau-Ausrüstung bestücken den Tunnel mit mechanischen und elektromechanischen Anlagen wie Türen, Tore oder Lüftungs- und Haustechnikanlagen. Diese gewährleisten, dass der Bahntunnel sicher betrieben und unterhalten werden kann. Im Sommer 2017 erfolgt der Start des Einbaus der Bahntechnik. Die bahntechnischen Installationen umfassen die Fahrbahn, Fahrleitung, Bahnstrom- und Stromversorgung, Kabel-, Telekom- und Funkanlagen, Sicherungs- und Automatisationssysteme sowie die Leittechnik.

Quelle:  AlpTransit Gotthard AG

• Auf epilog.de am 24. Januar 2016 veröffentlicht