Verkehr – Eisenbahn

Das neue Empfangsgebäude des Bahnhofs in Hildesheim

Zentralblatt der Bauverwaltung • 4.10.1884

Voraussichtliche Lesezeit rund 10 Minuten.

An Stelle der alten, im Jahr 1844 eröffneten Bahnhofsanlage in Hildesheim, welche trotz mehrfacher seitdem erfolgten Erweiterungen den geänderten Verhältnissen gegenüber nicht mehr genügte, ist seit dem Jahr 1880 ein umfangreicher Neubau für Güter- und Personenverkehr ausgeführt worden. Derselbe hat, nachdem der Güterbahnhof bereits im Oktober 1883 dem Betrieb übergeben werden konnte, durch die am 6. Mai 1884 statt­gehabte Eröffnung des neuen Empfangsgebäudes seinen Abschluss gewonnen. Da insbesondere dieses letztere in seiner Gesamtanlage eine eigenartige und bisher in ähnlicher Weise noch nicht zur Ausführung gelangte Anordnung zeigt, so wird ein kurzer, durch einige Skizzen erläuterter Bericht hierüber nicht unwillkommen sein.

Bahnhof Hildesheim.

Der neue Bahnhof liegt etwa zehn Minuten von der Stelle des früheren entfernt an der westlichen Grenze des Stadtgebietes. Zwischen der Schienenoberkante der neuen Anlage und dem Bahnhofsvorplatz ist teils durch Auf­höhung des Bahnkörpers, teils durch Senkung der anstoßenden Straßen ein Höhenunterschied von 3,85 m erreicht worden, wodurch es möglich wurde, eine Hauptverkehrsstraße, die Hannoversche Straße, etwas südlich vom Empfangsgebäude unter den Gleisen mittels einer Unterführung durch­zuleiten. Der Teil der Anlage nördlich von dieser Unterführung enthält den Personenbahnhof, während die südliche Hälfte, zwischen der gedachten Unterführung und der früher bereits bestehenden, für den jetzigen Bau wieder benutzten Überführung über das Innerste­tal den Güterbahnhof nebst Lokomotivschuppen umfasst. Gegenwärtig besitzt Hildesheim nur eine durchgehende Linie von Löhne nach Vienenburg, während es mit den Hauptlinien Hannover – Kassel und Hannover – Braunschweig bzw. Stendal – Berlin nur durch die Zweigbahn Nord­stemmen – Lehrte in Verbindung steht. Sobald indessen die schon länger geplanten Bahnen Hildesheim – Braunschweig und Hildesheim – Hannover zur Ausführung gelangt sein werden, wird der Verkehr sich nach den zwei Hauptlinien Löhne – Braunschweig und Hannover – Vienenburg zerlegen, während Hildesheim – Lehrte als Lokalbahn bestehen bleibt. Bei der neuen Anlage ist bereits auf diese Umgestaltung Rücksicht genommen worden.

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• Auf epilog.de am 29. September 2026 veröffentlicht

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