Eisenbahnstadt Berlin

Bahnhof Berlin-Ostkreuz startklar

tvi.ticker • 6. Dezember 2018

Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 wird eines der größten Bauvorhaben der Deutschen Bahn in Berlin fertig. Die Fahrgäste der Berliner S-Bahn profitieren doppelt von den nun wieder vier Gleisen zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof: Es fahren mehr Züge und die erhöhte Kapazität im Netz verspricht eine verbesserte Pünktlichkeit.

Vom reinen S-Bahnhof zum S- und Regionalbahnhof

Bahnhof Berlin-OstkreuzFoto: DB Netz AG

Vor dem Beginn der Arbeiten 2006 war das Ostkreuz ein reiner S-Bahnhof. Nun sind hier neben sieben S-Bahn-Linien auch acht Linien des Regionalverkehrs verknüpft. Durch zwei weitere neue Regionalbahnsteige können erstmals die Züge der sogenannten Ostbahn ab Ostkreuz fahren. Sie starteten bisher in Berlin-Lichtenberg. Damit geht es jetzt unter anderem nach Strausberg, in die Märkische Schweiz und nach Kostrzyn (Küstrin).

Wie bisher gibt es direkte Verbindungen mit Regionalzügen zum Beispiel nach Frankfurt (Oder), Potsdam, Brandenburg (Havel), Magdeburg, Wittenberge, Schwerin, Wismar, Lübbenau, Cottbus, Dessau, Eberswalde und Templin.

Der barrierefreie Bahnhof punktet mit kurzen Wegen und schnellem Umsteigen. Durch den neuen ›Richtungsbetrieb‹ halten die Züge aller Linien der S-Bahn stadteinwärts und stadtauswärts immer am selben Bahnsteig.

Bauprojekt der Superlative

Seit 2006 wurde der Bahnhof zwölf Jahre lang für rund 500 Mill. € ›unter rollendem Rad‹ vollkommen neu gebaut. In dieser Zeit gab es 50 verschiedene Bauzustände. Das war eine Mammutaufgabe für die Bauausführung.

Mit über 1500 Zughalten täglich ist der Bahnhof Ostkreuz die Nr. 1 unter den rund 5700 Bahnhöfen Deutschlands. Mehr als 123 000 Ein-, Aus- und Umsteiger nutzen den größten Nahverkehrsknoten Berlins täglich.

Trotz des vollständigen Neubaus der seit 1882 bestehenden Station wurden historische Details bewahrt, zum Beispiel der Wasserturm von 1912. Wiederhergestellt wurden die alte Fußgängerbrücke und die ehemaligen Gebäude für die Aufsichten auf den Bahnsteigen D und E. Dort entsprechen auch die Stützen der Bahnsteigdächer dem historischen Vorbild.

Weiter geht es am Ostkreuz nun noch mit den Vorplätzen, dem Wiederaufbau des historischen Empfangsgebäudes am Ausgang Sonntagstraße und der Straßenbahn, die in nächster Zukunft am Ostkreuz halten wird.

Die fünf wichtigsten Verbesserungen für die Fahrgäste

  • Der Bahnhof ist komplett barrierefrei
  • Regionalverkehrshalte für alle Richtungen
  • Kurze Wege beim Umsteigen
  • Bessere Orientierung und Information
  • Mehr Züge der S-Bahn zwischen Ostkreuz und Warschauer Straße

Zahlen und Fakten zum Ostkreuz

  • 1500 Zughalte pro Tag (Regionalverkehr und S-Bahnen)
  • 123 000 Ein- Aus- und Umsteiger pro Tag
  • 3 Bahnsteige für die S-Bahn und 4 Regionalbahnsteige
  • 12 Aufzüge und 15 Fahrtreppen

Bauablauf

  • 2006: Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen
  • 2009: Neuer Regionalbahnsteig (Gleis 13/14) auf der Ringbahn
  • 2012: Neuer Ringbahnsteig für die S-Bahn (Gleis 11/12) mit Bahnsteighalle
  • 2014: Inbetriebnahme Bahnsteig D (Gleis 5/6), Ostkreuz ist barrierefrei
  • 2015: RB 12, RB 24 und RB 25 halten erstmals in Ostkreuz
  • 2017: Inbetriebnahme Bahnsteig E (Gleis 3/4)
    Inbetriebnahme Elektronisches Stellwerk der S-Bahn
    RE 1, 2, 7, RB 14 halten am unteren Regionalbahnsteig (Gleis 1/2)
  • 2018: Neue Regionalbahnsteige (Gleise 7/8) gehen in Betrieb, Anlage ist komplett fertiggestellt

Quelle: Deutsche Bahn AG

• Auf epilog.de am 7. Dezember 2018 veröffentlicht