U-Bahn in Berlin

Strecke Möckernbrücke – Gleisdreieck

Die Architektur der Hoch- und Untergrundbahn in Berlin • 1922

Voraussichtliche Lesezeit rund 7 Minuten.

Hochbahnbrücke über den Landwehrkanal.

Architekt: Paul Wittig.

Hochbahnbrücke über den Landwehrkanal.Gesamtansicht.

Auch diese Brücke, die die Eisenbahn und den darunter liegenden Landwehrkanal überschreitet, war zunächst, wie das Foto zeigt, als reines Ingenieurwerk ohne Zuziehung des Architekten ausgeführt, dem dann die Aufgabe gestellt wurde, dieses weithin sichtbare Bauwerk für das Auge gefälliger zu gestalten.

Bei der Ausstattung wurde ein Zusammengehen der Brücke mit dem naheliegenden farbigen Torhaus versucht, mit dem sie unmittelbar verbunden ist. Die seitlichen Knotenpunkte der Brücke wurden durch Kartuschen betont und die offenen Stirnseiten durch überdachte Schildbildungen über der Durchfahrt geschlossen; Kartuschen und Schilder sind in Emaille­technik farbig behandelt, die Wappen mit vergoldeten Gehängen eingefasst.

Haus Tempelhofer Ufer mit Hochbahndurchfahrt und Kraftwerk.

Architekt: Paul Wittig.

Das Eckgrundstück, durch das die Hochbahn diagonal hindurchgeführt ist, wurde als Wohnhaus mit erhöhter Durchfahrt bebaut, das einheitlich verbunden ist mit dem anstoßenden Kraftwerk. Die Durchfahrt selbst ist durch lebhafte Färbung der Deckengewölbe und das als Schlussstein ausgebildete Hochbahnwappen hervorgehoben.

Andere Lösungen für das Torhaus Tempelhofer Ufer.Andere Lösungen für das Torhaus Tempelhofer Ufer.

Kohlenhebewerk am Landwehrkanal.

Architekt: Sepp Kaiser.

Ein Versuch, eine zum Kraftwerk gehörige untergeordnete Nebenanlage mit einfachen Mitteln ansprechend zu gestalten.

Kohlenhebewerk am Landwehrkanal.Ansicht von der Wasserseite.
GleisdreieckDas Gleisdreieck vor dem Umbau aus einem Plan von L. Bernhard.

Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck.

Architekt: Sepp Kaiser.

Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; Gesamtansicht.Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; Gesamtansicht.

Bei dem Entwurf des Kreuzungsbahnhofes hat der Architekt von Anfang an mit dem Ingenieur zusammengewirkt.

Der Kreuzungsbahnhof besteht aus zwei übereinanderliegenden Hallen, die sich im rechten Winkel kreuzen und durch mehrarmige Treppenanlagen miteinander verbunden sind. Die dekorative Ausstattung der Hallenräume beschränkt sich auf die Geländer­bildung und die Aufhängung der Schriftschilder über den Treppen.

Die äußere Erscheinung verzichtet sachgemäß auf alle architektonischen Zutaten und ist lediglich der Ausdruck der inneren Raumbildung.

Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; oberer Bahnsteig.Oberer Bahnsteig.
Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; unterer Bahnsteig.Unterer Bahnsteig.
Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; Treppenaufgang.Treppenaufgang.
Kreuzungsbahnhof Gleisdreieck; Treppenaufgang.Treppenaufgang.
Buchtipp:
Nach der Eröffnung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn 1902 war das Interesse der gut situierten westlichen Berliner Vororte an einem Schnellbahnanschluss geweckt. Selbstbewusst und mit der Unterstützung finanzkräftiger Terraingesellschaften entwickelten die Städte Charlottenburg und Wilmersdorf Pläne für die Erweiterung der Berliner U-Bahn, wobei die Beteiligten teilweise sehr eigenwillige Vorstellungen zur Streckenführung hatten.
In diesem Buch schildern ausgewiesene Experten in zeitgenössischen Original-Beiträgen die Entwicklung der Schnellbahnen vom Nollendorfplatz nach Ruhleben, Krumme Lanke und zum Kurfürstendamm zwischen 1906 und 1930.
Rund 150 Zeichnungen und Fotos illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 16,90 | 114 Seiten | ISBN: 978-3-7578-8381-2

• Auf epilog.de am 7. Juni 2026 veröffentlicht

Reklame