U-Bahn in Berlin

Strecke Leipziger Platz – Alexanderplatz

Die Architektur der Hoch- und Untergrundbahn in Berlin • 1922

Voraussichtliche Lesezeit rund 11 Minuten.

Untergrundbahnhof Kaiserhof.

Architekt: Alfred Grenander.
[U-Bhf. Anton-Wilhelm-Amo-Straße]

Der Eingang liegt in den Schmuckanlagen des Wilhelmplatzes. Die Eingangsöffnung wurde, da die örtlichen Verhältnisse es hier erlaubten, zu einem größeren Oval erweitert, das durch eine mit leichten Ornamenten belebte Pergola abgeschlossen wurde. Mit den Blumenranken, die aus dem Grün emporwachsen, bildet dieser Eingang einen bemerkenswerten Schmuck des Platzes.

Wie der Eingang, so ist auch der Vorraum zum Bahnhof bevorzugt ausgebildet. Wände und Decken sind mit reich­farbigen Fliesen und Majoliken ausgekleidet, die aus den Cadiner Werkstätten stammen.

Untergrundbahnhof Kaiserhof; Eingang.Bhf. Kaiserhof; Eingang.
Untergrundbahnhof Kaiserhof; Treppenaufgänge.Bhf. Kaiserhof; Treppenaufgänge.
Untergrundbahnhof Kaiserhof; Vorhalle.Bhf. Kaiserhof; Vorhalle.

Untergrundbahnhof Inselbrücke.

Architekt: Alfred Grenander.
[U-Bhf. Märkisches Museum]

Untergrundbahnhof Inselbrücke; Innenansicht.Bhf. Inselbrücke; Innenansicht.

Der Bahnhof liegt nahe der Spree in der Rampen­senkung, die die Untertunnelung der Spree vorbereitet. Die tiefere Absenkung der Bahn in den Straßenkörper ermöglichte eine größere lichte Höhe des Bahnhofsraumes, die willkommene Gelegenheit zu einer abweichenden Deckengestaltung bot. Untergrundbahnhof Inselbrücke. Anstelle der ebenen Trägerdecke ist hier ein Gewölbe nach der Form des Korbbogens ausgeführt worden. Die glasierte Verblend­platte, sonst nur das Material für die Wände, dehnt hier ihre Herrschaft über die ganze Gewölbefläche aus, wodurch die Bahnhofshalle in ihrer ungegliederten Gestaltung eine sehr einheitliche Wirkung erhält.

Untergrundbahnhof Inselbrücke; Treppe zum Vorraum.Bhf. Inselbrücke; Treppe zum Vorraum.

Untergrundbahnhof Klosterstraße.

Architekt: Alfred Grenander.

Untergrundbahnhof Klosterstraße; Treppe zum Vorraum.Bhf. Klosterstraße; Treppe zum Vorraum.

Wie der Bahnhof Inselbrücke auf dem südlichen Spreeufer, so liegt der Bahnhof Klosterstraße auf dem nördlichen in größerer Tiefe unter der Straßenfläche. Der Abstieg zum Bahnsteig verteilt sich daher ebenso wie dort auf zwei Treppenanlagen, zwischen die ein größerer, wenn auch niedriger Vorraum eingeschaltet werden konnte, der sich im Hintergrund des Bildes zeigt.

Die Wände und Decken dieses nur 2,3 m hohen Vorraumes, der unmittelbar vor dem Eingange zu dem Monumentalbau des Berliner Stadthauses gelegen ist und daher eine bevorzugte Ausbildung erhalten hat, sind in seinem vorderen Teil mit Majoliken der Cadiner Werkstätten ausgekleidet. In dem hinter der Bahnsperre liegenden Teil sind die Wände mit den Plänen und Entwürfen solcher Stadtgebiete geschmückt, deren Besiedlung durch den Schnellverkehr gefördert oder erst ins Leben gerufen werden sollte.

Untergrundbahnhof Klosterstraße; Vorraum.Bhf. Klosterstraße; Vorraum.

Untergrundbahnhof Alexanderplatz.

Architekt: Alfred Grenander.

Untergrundbahnhof Alexanderplatz; Eingangsportal.Bhf. Alexanderplatz; Eingangsportal.

Der Bedeutung des Bahnhofes entsprechend wurde der Treppenzugang in größerer Breite als sonst angelegt und durch ein hohes Steinportal betont.

Die außergewöhnliche Breite des Bahnsteiges ist darin begründet, dass er, wie die untere Skizze zeigt, später die Verbindungstreppe eines darunter herführenden Tiefbahnhofs aufnehmen soll.

Untergrundbahnhof AlexanderplatzSüdlicher Eingang zum Untergrundbahnhof Alexanderplatz.

Die Bahnhofshalle ist ein Beispiel dafür, welche Ausbildungsweise sich für die Untergrundbahnhöfe als Abschluss einer längeren Entwicklung ergeben hat. Sie ist bei allen neueren Tunnelbahnhöfen der Hochbahngesellschaft, mögen sie auch in der Grundform verschieden sein, gleichmäßig zur Ausführung gekommen. In die mit glasierten Verblend­platten ausgekleideten Wände sind in gleichmäßigen Abständen farbig umrahmte Tafeln für die Reklame eingelassen. Die Einweisung in bestimmt umgrenzte, planmäßig verteilte Flächen ist der erste Schritt, um die Bahnhofsreklame zu künstlerischer Wirkung zu bringen.

Dieselbe Grundfarbe, in der die glasierten Rahmen der Namensschilder und Reklametafeln gehalten sind, tragen auch die Eisenteile der Bahnhofshalle; die Farben wechseln von Bahnhof zu Bahnhof und erleichtern dem Fahrgast die Orientierung. Das einzige architektonische Motiv im Inneren des Bahnhofs bilden die Kapitäle der eisernen Säulen, die den Konflikt zwischen Last und Stütze vermitteln.

Untergrundbahnhof Alexanderplatz.Bhf. Alexanderplatz.
Bahnhof AlexanderplatzBhf. Alexanderplatz.
Schnitt mit Treppe zum Tiefbahnhof.

Untergrundbahnhof Schönhauser Tor.

Architekt: Alfred Grenander.
[U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz]

Untergrundbahnhof Schönhauser TorBhf. Schönhauser Tor; Innenansicht.
Untergrundbahnhof Schönhauser TorBhf. Schönhauser Tor

Untergrundbahnhof Senefelderplatz.

Architekt: Alfred Grenander.

Untergrundbahnhof SenefelderplatzUntergrundbahnhof Senefelderplatz; Eingangsportal.

Die Abbildung zeigt das bei den neueren Bahnhöfen gleichmäßig oder mit geringen Abweichungen verwandte eiserne Portal, das ein abends erleuchtetes Transparent mit weißen Buchstaben auf tiefblauen Grund trägt.

Entnommen aus dem Buch:
Die Erweiterung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn durch die Innenstadt nach Norden stellte die Ingenieure vor noch nie dagewesenen Herausforderungen. Es mussten nicht nur Hotels, Kauf- und Geschäftshäuser untertunnelt werden, sondern auch die Spree. Die zeitgenössischen Original-Beiträge in diesem Buch geben einen Eindruck von den damaligen Planungen und zeigen, wie dieser wichtige Abschnitt des Berliner Schnellbahnsystems trotz großer Schwierigkeiten gemeistert wurde. Über 100 Zeichnungen und Fotos illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 18,90 | 126 Seiten | ISBN: 978-3-7693-8917-3

• Auf epilog.de am 22. März 2026 veröffentlicht

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