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Prunk und Protz

Eine Staatskarosse der Sowjetunion

tvi.ticker • 9. Juni 2011

Selbst im Krisenwinter 1942, als die Schlacht um Stalingrad tobte, gab die Sowjetunion am 14. November den Auftrag eine neue Luxuslimousine zu entwickeln. Die Fahrzeuge sollten zu Stalins Fahrbereitschaft und für hochgestellte Führungspersönlichkeiten zur Verfügung stehen. Typs ZIS 115Foto: Technik Museen Sinsheim und Speyer Andrey N. Ostrovtsev wurde als Chefkonstrukteur mit dieser Aufgabe betraut. Er arbeitete vorher bei der ›KIM-Firma‹ in Moskau als Chefdesigner. Der Fahrzeugtyp wurde ZIS 110 genannt, die gepanzerte Version ZIS 115.

Als Vorbild diente die amerikanische Limousine ›Packard 180‹. Die Ähnlichkeit mit der sowjetischen Limousine ZIS 110 ist frappierend. Man hat aber nicht blind kopiert, sondern brachte kreative Änderungen und Verbesserungen ein. Die Ersatzräder verschwanden im Kofferraum, die Trittbretter im Inneren des Wagens. Die Rückseite des Fahrzeugs wurde dynamischer gestaltet. Der ZIS 115 hat 7 Sitze und eine Panzerung von 4–8,6 mm. Das Glas ist 75 mm stark und wurde vor dem Einbau wurde es auf Schussfestigkeit geprüft. Die Fensteröffnung geht hydraulisch und zusätzlich zu den gebräuchlichen Türschlössern wurden die beiden hinteren Türen und die rechte Fronttür mit Sicherheitsketten ausgestattet, um zu verhindern, dass sich bei einem Unfall die Tür öffnet. Am 20. September 1944 war es endlich so weit und der ZIS 110 und 115 konnten in Serie gehen.

Im  Auto & Technik Museum Sinsheim konnte im Jahr 2011 ein 1951 für Stalins Fahrbereitschaft gebautes Fahrzeug des Typs ZIS 115 besichtigt werden.

Quelle:  Technik Museen Sinsheim und Speyer

Buchtipp:
Ludwig Spängler (1865 – 1938) war der Wegbereiter des modernen Wiener Nahverkehrs. Als Direktor der städtischen Straßenbahnen in Wien verwandelte er das veraltete Verkehrssystem in einen hocheffizienten städtischen Betrieb. Unter seiner Leitung wurde die flächendeckende Elektrifizierung des Straßenbahn-Netzes abgeschlossen und die Abkehr von der Pferdetramway vollzogen. Spängler vereinheitlichte das Liniennetz, modernisierte den Wagenpark und schuf die infrastrukturelle Basis für den massiven Ausbau der Straßenbahn.
Dieses Buch versammelt die zwischen 1910 und 1915 in verschiedenen Zeitschriften erschienenen Texte von Ludwig Spängler, in denen er detailliert und mit vielen Abbildungen illustriert die Konstruktion der an die speziellen Wiener Verhältnisse angepassten Straßenbahnen und Autobusse beschreibt.
  PDF-Leseprobe € 16,90 | 142 Seiten | ISBN: 978-3-695-72867-1

• Auf epilog.de am 10. Juni 2011 veröffentlicht

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