Lebenswelten – Küche & Haushalt
Patentiertes Gas-Bügeleisen von Littgow
Illustrirte Zeitung • 13.7.1861
Wer je die Anstrengungen gesehen hat, denen sich die weiblichen Mitglieder einer Familie beim Plätten der Wäsche unterziehen müssen,
wird gewiss schon den Wunsch ausgesprochen oder wenigstens innerlich gehegt haben, es möchte eine Methode zum Bügeln der Wäsche erfunden werden, die minder zeitraubend, unbequem und kostspielig als die bisher übliche wäre. Im Interesse unserer Frauen und all derer, die mit Zubereitung der Wäsche zu tun haben, bringen wir deshalb heute eine Mitteilung über ein von Littgow in New York neuerfundenes Bügelinstrument, dessen Benutzung die bisherigen Nachteile in einem hohen Grad vermindert.
Die Vorzüge dieses mit Gas zu erhitzenden Plätteisens sind hervorstechend. Wir wollen sie anführen, bevor wir zur Beschreibung des kleinen Apparates und seiner Benutzungsart schreiten.
- Brennmaterialersparnis, da das Plätten jetzt nur einen Cent pro Stunde für verbrauchtes Gas kostet;
- Reinlichkeit, denn die Hitze verbreitet sich von innen und es ist darum die Entstehung von Staub oder Rauch unmöglich;
- Ersparnis an Zeit und Arbeit, denn wenn das Eisen einmal heiß ist (was ungefähr vier Minuten beansprucht), kann das Plätten unausgesetzt vor sich gehen;
- regelmäßige und ununterbrochene Hitze, denn die Gaszuströmung kann ganz nach Belieben reguliert werden;
- Bequemlichkeit, denn das Plätten kann in jeder Stube oder Kammer vorgenommen werden, wo eben nur eine Gasvorrichtung ist;
- Annehmlichkeit, denn all die lästige Hitze eines Herdes oder Ofens fällt jetzt fort;
- Billigkeit, denn ein einziges Eisen genügt für eine Familie von gewöhnlichem Umfang;
- Einfachheit und Dauerhaftigkeit, denn das Eisen kann nicht aus der Ordnung kommen und ist aus den besten Materialien gefertigt.
Wir wollen nun sehen, wie wir uns dieses Eisens zu bedienen haben: Ein Ende des Guttapercha-Schlauchs wird an das Eisen befestigt, während das andere Ende desselben, an welchem sich ein Messingansatz befindet, der mit einer Gummilage ausgefüttert ist, auf einen Gasbrenner gesetzt wird und vermöge seines Futters darauf auch vollkommen dicht sitzt, so dass kein Gas daneben fortgehen kann. Das Eisen selbst ist hohl; eine gabelförmige eiserne Röhre mit seinen Seitenöffnungen befindet sich in demselben, die mit dem Schlauch in Verbindung steht. Das Gas strömt durch dieselbe und wird angezündet. Feine Seitenflämmchen erhitzen so den ganzen Apparat, und eine eiserne Platte wird auf die Röhre gedeckt, sowie ein eiserner Ansatz zwischen der Gabel steht. Mit einem Deckel wird das Ganze geschlossen.