Handel & IndustrieMaschinenbau

Ein gewaltiges Scherenwerk

Prometheus • 21.6.1893

Die Kalker Werkzeugmaschinen-Fabrik L. W. Breuer, Schumacher & Co. in Kalk bei Köln baute für den Bochumer Verein das abgebildete Scherenwerk, welches in Bezug auf Leistungsfähigkeit unerreicht dastehen dürfte. Zerschneidet es doch Stahlbleche von 60 mm Dicke und 2000 mm Breite, und zwar in kaltem Zustand.

Die Maschine besteht aus dem links sichtbaren dampfhydraulischen Treibapparat und der eigentlichen Schere. Ersterer umfasst einen Dampfzylinder und einen darüber befindlichen hydraulischen Zylinder, in welchen die Kolbenstange hineingeht, sobald Dampf in den Dampfzylinder hineingelassen wird. Die Kolbenstange aber drückt dadurch die in dem hydraulischen Zylinder befindliche Flüssigkeit in einen größeren Zylinder, welcher über der Schere angeordnet ist. Der Kolben dieses Zylinders endlich drückt gegen den Messerblock und bewirkt so das Abschneiden. In dem Augenblick, wo der Schnitt beendet ist, wird die hydraulische Druckwirkung selbsttätig aufgehoben und es zieht ein in der Abbildung nicht sichtbarer kleiner Dampfzylinder den Block zurück. Die Maschine arbeitet mit Wasser, Öl oder Glycerin. Letztere Flüssigkeiten werden angewendet, wenn das Scherenwerk der Kälte ausgesetzt ist.

• Auf epilog.de am 13. Juni 2026 veröffentlicht

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