Handel & IndustrieMaschinenbau

Holzhobelmaschine mit endlosem Kettentisch von S. A. Wood

Polytechnisches Journal • 1878

Voraussichtliche Lesezeit rund 4 Minuten.

Die amerikanische Hobelmaschine mit endlosem Kettentisch (Endless bed planer), bei welcher das zu hobelnde Holzstück durch den als Kette ohne Ende sich bewegenden Tisch zum Hobelmesserkopfe vorgezogen wird, besitzt die Eigenschaft der Hobelmaschine mit beweglichem Tisch, als auch jener mit Walzenvorschub 1) vereint, 1) Für das Hobeln starker Holzstücke werden im Allgemeinen Hobelmaschinen mit beweglicher, der ganzen Länge nach unterstützter Tischplatte und vertikal verstellbarem Hobelmesserkopf angewendet. Auf solchen Hobelmaschinen, gleichviel ob mit transversal (d. i. quer über die Vorschubrichtung und Holzfaser) oder tangential (d. i. gegen oder in der Richtung des Vorschubs und der Holzfaser) wirkendem Hobelschnitt, können nur Hölzer abgehobelt werden, welche nicht länger als die Tischplatte selbst sind. Die Konstruktion dieser Maschinen bedingt ein Bett von der doppelten Tischlänge, ferner, dass die Ständer, auf denen der Messerwellensupport bald höher, bald niedriger je nach der zu hobelnden Holz­dicke gestellt wird, sehr stark gebaut seien, da sonst durch die schnelle Rotation der Messerwelle Erschütterungen entstehen, welche für die Herstellung reiner glatter Hobelflächen von Nachteil sind. Eine weitere Bedingung für die Hobelmaschine mit beweglichem Tische ist, dass das zu hobelnde Holzstück immer mit Einspannklammern an den Tisch selbst befestigt und nach dessen Abhobe­lung wieder losgemacht werden muss. Die Herstellung der Hobelmaschinen mit beweglichem Tischvorschub ist somit einerseits mit großem Materialaufwand verbunden, andererseits ist deren Verwendung gewissermaßen eine beschränkte und durch das bedingte Auf- und Abspannen des zu hobelnden Holzstückes mit ziemlich bedeutendem Zeitaufwand verbunden. Hobelmaschinen mit Walzenvorschub sind wohl mit geringerem Materialaufwand herzustellen, und ist man bei denselben mit der Länge des zu bearbeitenden Holzstückes nicht beschränkt; es können jedoch auf denselben nur Hölzer von geringer Dicke vorteilhaft bearbeitet werden. indem dieselbe sowohl für das Hobeln starker als auch schwacher Hölzer in unbegrenzter Länge sich eignet und mit geringem Materialaufwand sich herstellen lässt. Diese Hobelmaschinengattung, welche fast bei den meisten der Aussteller von Holzbearbeitungsmaschinen in Philadelphia 1876 in einem oder zwei Exemplaren vertreten war, hat in Amerika eine sehr große Verbreitung und wird hauptsächlich bei der Herstellung des im Handel dort allgemein in gehobeltem Zustande zu Markt kommenden Holzes verwendet. Die Leistungsfähigkeit dieser Maschine wird auf 3200 – 3700 m² in zehn Stunden gerechnet, wobei Holzstücke von 10 – 300 mm Dicke und 762 mm Breite bearbeitet werden können. Es werden zwei Gattungen von Hobelmaschinen mit endlosem Kettentische gebaut: einfache, auf denen das Holz nur von der oberen Seite, und doppelte, auf welchen von zwei Seiten, und zwar von oben und unten gleichzeitig, gehobelt werden kann.

Die Messerkopfwelle ist bei der einfachen Hobelmaschine oberhalb des Kettentisches gelagert, und bei der doppelten ist außer dem oberen Messerkopfe noch ein zweiter Messerkopf an dem der Speisungs­seite entgegengesetztem Ende angebracht, mit welchem die untere Fläche des Holzstückes gehobelt werden kann.

Jede mit endlosem Kettentisch arbeitende Hobelmaschine hat einen äußeren und einen inneren Gestell­rahmen. Der erstere bildet das eigentliche Hauptgestell, an welchem stets der obere, und bei den doppelt hobelnden Maschinen zuweilen auch der untere Messerkopf befestigt, sowie auch die Führung für den inneren Rahmen angebracht wird. Der innere Rahmen dient nur als Unterlage für den auf demselben gleitenden Kettentisch und als Lagerstütze für jene Wellen, an welchen die den Kettentisch bewegenden Zahnräder befestigt sind. Zwei starke Schraubenspindeln in der Mitte der Langseiten oder vier solche an den Enden der Hobelmaschine, welche mit Stirn-, Kegel- oder mit Schnecken­rädern gedreht werden, dienen zur Einstellung des Kettentisches auf die erforderliche Höhe. Diese Arbeit wird stets von Hand mittels Kurbel- oder Griffrad bewerkstelligt. Damit zwischen dem inneren und äußeren Rahmen keine Verschiebung stattfindet, sind breite Schlittenführungen an der Innenseite des Hauptrahmens angebracht, an welchen der innere Gestell­rahmen bei dessen Aufwärts- und Abwärtsbewegung gleitet.

Die Kettentische sind aus Flachstäben zusammengesetzt, die eine Breite von etwa 75 mm und eine Dicke von etwa 30 mm haben. Die Länge dieser Stäbe richtet sich nach der inneren lichten Breite der Hobelmaschine. Die Verbindung der einzelnen Flachstäbe miteinander, damit dieselben eine Kette formen, wird mittels Bolzen bewerkstelligt, welche durch die an der Rückseite der Stäbe angegossenen Gelenkösen gesteckt werden, wie dies bei den am Fuß der Abbildung, welche die von der S. A. Wood’s Machine Company in Boston ausgestellte einfache Kettentisch-Hobelmaschine zeigt, mit der Rückseite nach aufwärts gekehrten zwei Flachstäben zu ersehen ist. Diese gelenkartige Verbindung wird auch vielfach durch schmiedeeiserne Laschen und Bolzen, welche zu beiden Seiten von einfachen, an den Flachstäben angegossenen Ösen befestigt werden, hergestellt.

- R E K L A M E - Zeitreisen mit Luftschiffen und nach Paris

Die erwähnten, am Fuß der Abbildung dargestellten Flachstäbe haben in der Mitte eine Rippe als Verstärkung, um das Durchbiegen derselben während der Bearbeitung des Holzes zu verhindern. Es werden aber auch vielfach glatte Flachstäbe ohne Rippen angewendet, und die Durch­biegung derselben während der Anar­beitung des Holzes dadurch vermieden, dass der innere Rahmen, auf welchem die Flachstäbe gleiten, mit angegossenen Quer- und Längen Verbindungen versehen ist, welche die Flachstäbe von unten stützen.

Die Vorbewegung des Kettentisches geschieht mittels zwei auf einer Welle sitzenden starken Zahnrädchen, deren Zähne zwischen den Gelenken der Flachstäbe von unten eingreifen. Die Welle, auf welcher diese Zahnrädchen sitzen, ist stets an dem der Speisungs­seite entgegengesetzten Ende der Maschine hinter dem oberen und vor dem unteren Hobelmesserkopfe angebracht, so dass der Kettentisch nicht geschoben, sondern gezogen wird.

Die Bewegung der Welle erfolgt von der Außenseite durch Zahnradübersetzung. Das Gewicht einer solchen Maschine beträgt 1400 – 2000 kg.

• Auf epilog.de am 15. Januar 2026 veröffentlicht

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