Handel & Industrie – Maschinenbau
Hydraulischer Aufzug von Le Van
Bericht über die Weltausstellung in Philadelphia 1876
Wm. Barnet le Van in Philadelphia stellte die Zeichnungen eines hydraulischen Aufzugs mit Teleskop-Plunger aus, welcher hier dargestellt ist.
Im vertikalen kurzen Treibzylinder befinden sich drei ineinander gesteckte hohle Plungerkolben, deren mittelster mit der Plattform des Fahrstuhls in direkter Verbindung steht. Die äußeren Plunger, sowie der Treibzylinder sind oben mit Stopfbüchsen, jeder der Plunger am unteren Ende noch mit ringförmigen Ansätzen versehen, welch letztere die Hubbegrenzung beim Aufsteigen der einzelnen Kolben bilden. Die Ansätze besitzen fast gleichen äußeren Durchmesser, wie die Bohrung des umgebenden Zylinders, so dass beim Aufsteigen der Plunger in der Nähe der Stopfbüchsen, da das Wasser über dem Ansätze nicht rasch entweichen kann, eine allmähliche Verzögerung der Bewegung bewirkt wird.
In der tiefsten Lage werden die einzelnen ineinandergeschobenen Plunger durch eine durchbohrte Bodenplatte a unterstützt, die Platte selbst ruht auf einer entsprechend starken Evolutfeder auf.
Das Druckwasser wird durch eine Rohrleitung in das untere Ende des Treibzylinders geleitet; das Wasserzuleitungsrohr ist mit einem nach innen zu öffnenden Luftventil b versehen, welches sich öffnet, wenn beim Niedergang der Plunger allenfalls die Ausströmung des Wassers unter denselben zu rasch erfolgen würde, so dass das Eintreten eines teilweisen Vakuums im Treibzylinder verhindert wird. Außerdem ist ein belastetes Sicherheitsventil vorhanden, welches sich nach außen öffnet, wenn beim Abwärtsgang des Fahrstuhls der Wasserausfluss zu plötzlich geschlossen würde.
Der Aufzug wird bei Wasserpressungen von 12 – 20 atm betrieben; das Druckwasser bei Lastenaufzügen durch eine zweizylindrige Dampfpumpe, bei Personenaufzügen wegen gleichmäßigerer Wasserlieferung durch eine dreizylindrige Pumpe oder zwei gekuppelte Zwillingspumpen geliefert. Bei gleichzeitigem Betrieb mehrerer Aufzüge werden zwischen Pumpen und Aufzug Akkumulatoren eingeschaltet. Das verbrauchte Wasser wird vom Aufzug wieder zurück in ein Reservoir geleitet, von welchem aus die Druckpumpen ansaugen.
Die Steuerung des Aufzugs erfolgt durch einen vollkommen entlasteten Dreiwegehahn, die Bewegungsübertragung auf den Steuerschieber durch ein durch alle Stockwerke des Aufzugs durchlaufendes Steuerseil.
Wenn keine Akkumulatoren in Verwendung sind, dann ist das Steuerseil auch mit der Drosselklappe oder dem Anlassventil der Dampfpumpe derart in Verbindung gebracht, dass die Dampfpumpen nur beim Aufgang des Aufzugs arbeiten, beim Niedergang des Fahrstuhls jedoch abgestellt werden.
Hydraulische Aufzüge von Barnet le Van sind in Philadelphia mehrfach ausgeführt, einer der größten im Warenhaus French Richards & Co. für 5000 kg Last bei 25 m Förderhöhe. Die Geschwindigkeit beim Lastenheben beträgt 0,45 m, beim Sinken des Fahrstuhls 0,93 m.
• A. Riedler