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ThyssenKrupp präsentiert ›Multi‹

Das erste seillose Mehrkabinenaufzugssystem der Welt

tvi.ticker • 27. November 2014

Die Monopolstellung des konventionellen Aufzugs geht zu Ende – 160 Jahre nach seiner Erfindung. ThyssenKrupp setzt erstmals Linearmotoren an Aufzugskabinen ein und überträgt Nahverkehrskonzepte mit Haupt- und Zubringerstrecken auf den Personentransport innerhalb von Gebäuden. Die ›Multi‹-Aufzugstechnologie erhöht Beförderungskapazitäten und Effizienz bei gleichzeitiger Senkung des Platzbedarfs. Zusätzlich gehören Spitzenlasten beim Stromverbrauch durch anfahrende Aufzüge der Vergangenheit an. Durch mehrere Kabinen im gleichen Schacht, die sich vertikal und erstmals auch horizontal bewegen, sind unterschiedliche Höhen, Formen und Nutzungskonzepte von Gebäuden möglich. Der erste ›Multi‹-Prototyp wird ab 2016 getestet.

Seilloses MehrkabinenaufzugssystemFoto: thyssenkrupp Elevator AG

›Multi‹ ist eine völlig neue und effiziente Beförderungslösung für Gebäude mittlerer und großer Höhe. Der langgehegte Traum von mehreren, unabhängig voneinander fahrenden Kabinen im gleichen Aufzugsschacht wird durch den Antrieb per Linearmotor nun Realität. Ähnlich wie im Paternoster können mit ›Multi‹ mehrere selbstfahrende Aufzugskabinen pro Schacht in einem Umlaufsystem betrieben werden. Dadurch erhöht sich die Beförderungskapazität in einem Schacht um bis zu 50 % und der Platzbedarf des Aufzugs in einem Gebäude kann um die gleiche Größe reduziert werden.

Das völlig seillose ›Multi‹-System erhält ein sicheres, mehrstufiges Bremssystem und eine berührungslose Energieübertragung (IPT) vom Schacht auf die Kabine. ›Multi‹ benötigt somit kleinere Schächte als herkömmliche Aufzüge und kann im Vergleich die Nutz- und Wohnfläche eines Gebäudes um bis zu 25 % erhöhen. Die Erhöhung der Gesamteffizienz schlägt sich auch in einem geringeren Bedarf an Fahrtreppen und zusätzlichen Aufzugsschächten nieder: Dadurch lassen sich beträchtliche Kosteneinsparungen und erhöhte Mieteinnahmen durch die größere Nutzfläche erzielen.

›Multi‹ eignet sich besonders für Gebäudehöhen ab 300 m. Aber auch unterhalb dieser Höhe spielt das System seine Vorteile aus: Die Gebäudekonstruktion wird nicht länger durch die Höhe oder die vertikale Anordnung der Aufzugsschächte eingeschränkt. Für Architekten und Gebäudeentwickler ergeben sich so bislang ungeahnte Möglichkeiten.

Beim ›Multi‹ kommt das Steuersystem und die Sicherheitsmerkmale des ›Twin‹-Systems von ThyssenKrupp zur Anwendung. ›Multi‹ wird jedoch darüber hinaus um neue Elemente ergänzt: Bei der Entwicklung von Kabine und Türen kommen neue Materialien in Leichtbauweise zum Einsatz. Das führt zu einer Senkung des Gewichts um 50 % im Vergleich zu Standardaufzügen. Der innovative, neue Linearantrieb ermöglicht dazu die horizontale und vertikale Bewegung des Aufzugs. ›Multi‹ bewegt sich in einem Umlaufsystem mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 m/s. Dadurch erhalten Passagiere alle 15 bis 30 Sekunden Zugang zu einer Aufzugskabine.

Quelle: PresseBox

• Auf epilog.de am 3. Dezember 2014 veröffentlicht