Handel & Industrie – Lebensmittelproduktion
Zur Schaumweinbereitung
Der Stein der Weisen • Januar 1893
Wenn auch bei der Herstellung der Schaumweine durch Imprägnierung der Wein in ähnlicher Weise mit Kohlensäure imprägniert wird, wie das Wasser bei der Sodawasser-Fabrikation, so ist bei der Konstruktion der dabei verwendeten Apparate insofern eine Abänderung unerlässlich, als das Mischgefäß, in welchem eben der Wein mit der Kohlensäure imprägniert wird, aus einem Material sein soll, welches von der Säure des Weines nicht angegriffen wird. Da der Wein bei der Imprägnierung länger im Mischgefäß unter Druck stehen muss, wenn man gleich anfangs ein schönes Mousseux erzielen will, so nimmt selbst vom reinen Zinn bei innen verzinnten Mischgefäßen der Wein, wenn auch nur in geringer Menge, auf, was aber hinreichen kann, dem Schaumwein einen metallischen Geschmack oder eine bläuliche Färbung zu erteilen. Auch die Versilberung der Mischgefäße im Inneren hat sich nicht so gut bewährt, und es genügt oft eine nur mikroskopisch feine Ritze in der Versilberung, dass dieselbe unter dem starken Druck im Gefäß während des Imprägnierens vom Weine unterfressen wird, so dass sich dann die Versilberung vom Kupfer losblättert; es erfordern daher die innen versilberten Mischgefäße eine öftere genaue Kontrolle des Inneren. Auch der Rührer im Inneren des Mischzylinders soll aus einem für die Säure des Weines nicht angreifbaren Material bestehen.
Es kann daher ein Apparat ganz vorzüglich für Bereitung von kohlensaurem Wasser und anderen kohlensauren Getränken sein, aber sich dennoch ganz unbrauchbar für die Schaumweinbereitung erweisen. Bisher haben sich daher für die Schaumweinbereitung die Mischgefäße aus Steingut, aus Glas, aus mit Paraffin imprägniertem Holz am besten bewährt, sowie auch jene aus innen emailliertem Eisen. Da die Mischgefäße aus diesem angeführten Material dem starken Druck, den sie bei der Imprägnierung auszuhalten haben, nicht genügend Widerstand leisten könnten, ohne dass sie ungemein in ihren Wandungen verstärkt würden, so sind sie noch mit einem kupfernen Schutzmantel umgeben, in welchem derselbe Gasdruck beim Imprägnieren auftritt, so dass dann der innere Zylinder keinen Druck auszuhalten hat, da sich derselbe von innen und außen ausgleicht. Die Apparate, welche zur Schaumweinbereitung Verwendung finden, sind entweder solche für gasförmige selbst erzeugte Kohlensäure oder für Verwendung von der käuflichen flüssigen Kohlensäure, die im Großen fabrikmäßig erzeugt und in den Handel gebracht wird. Die Größe des Apparates richtet sich selbstverständlich nach der Größe des beabsichtigten Betriebes. Von den Schaumweinapparaten für selbst erzeugte gasförmige Kohlensäure hat man sogenannte Pumpenapparate, bei welchen mittelst einer Kompressionspumpe die Kohlensäure in das Mischgefäß gepresst wird, während für den kleinen Betrieb die Selbstentwickelungs-Apparate genügen, bei welchen durch den eigenen Druck der Kohlensäure die Imprägnierung durchgeführt wird. Desgleichen werden auch die Schaumweinapparate für Verwendung flüssiger Kohlensäure bei einem größeren Betrieb, um Verluste an Kohlensäure zu vermeiden, mit einer Pumpe versehen, während bei kleineren Anlagen keine Pumpe in Anwendung kommt.
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