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Zehn Jahre ›CarGoTram‹ in Dresden

tvi.ticker • 11. November 2010

Die ›CarGoTram‹ schrieb vor zehn Jahren ein neues Kapitel Straßenbahngeschichte. Am 16. November 2000 fuhr die einzigartige Güterbahn erstmals durch Dresden. Seitdem transportiert der blaue Volkswagen-Zug täglich rund 420 t Automobilteile. CarGoTram in DresdenFoto: Schalker Eisenhütte Die Strecke startet am Logistikzentrum in Dresden-Friedrichstadt und endet nach fünf Kilometern in der Innenstadt, an der Gläsernen Manufaktur. Dort wird seit 2001 der Phaeton gefertigt.

In Zusammenarbeit mit den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) hat die Gläserne Manufaktur das weltweit einzigartige Konzept der ›CarGoTram‹ etabliert.

Die 60 m lange Volkswagen-Bahn kann mit ihren fünf Waggons bis zu 60 t Zuladung tragen. Damit bringt sie ein Gesamtgewicht von 150 t auf die Waage. Die sogenannte Zweirichtungs-Straßenbahn beliefert die Fertigungsstätte des Phaeton siebenmal am Tag. Ihre luftgekühlten Asynchronmotoren leisten insgesamt 1224 PS und bringen ihre Leistung über zwanzig Achsen auf die Gleise. Für die Strecke auf den regulären Gleisen der Dresdner Verkehrsbetriebe benötigt die auf 50 km/h gedrosselte ›CarGoTram‹ rund 25 Minuten. Innerhalb von 25 Minuten erfolgt auch die Be- und Entladung im Logistikhof der Gläsernen Manufaktur.

Das zukunftsweisende Logistikkonzept ist ein entscheidendes Element für die umweltfreundliche Manufaktur am Großen Garten: Lärm, Verkehrsbelastungen und Emissionen in Dresdens Innenstadt werden seit einem Jahrzehnt vermieden. Damit leistet die ›CarGoTram‹ einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität in der sächsischen Metropole.

Quelle: Dresdner Verkehrsbetriebe

Buchtipp:
Die 1910 eröffnete Untergrundbahn der damals noch selbstständigen Stadt Schöneberg – heute die Berliner Linie U 4 – war nicht nur die zweite U-Bahn in Deutschland, sie setzte auch neue Maßstäbe bei der Baulogistik und viele Verfahren der ›Berliner Bauweise‹ wurden hier zum ersten Mal angewendet. Dem Verfasser dieses Buches, Stadtbaurat Friedrich Gerlach (1856 – 1938), oblag die oberste Leitung für das Projekt der Schöneberger Untergrundbahn und so erfährt der Leser aus erster Hand, wie die Strecke geplant und gebaut wurde. Über 120 Zeichnungen und Fotos illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 14,90 | 110 Seiten | ISBN: 978-3-7519-1432-1

• Auf epilog.de am 15. November 2010 veröffentlicht

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