Berlin-Potsdamer Eisenbahn

Die Wagen-Reparatur-Werkstatt auf dem Bahnhof zu Potsdam

Zeitschrift für Bauwesen • 1858

Voraussichtliche Lesezeit rund 11 Minuten.

Die Werkstatt zur Reparatur der Wagen der Berlin – Potsdam – Magdeburger Eisenbahn war bis jetzt auf dem Bahnhof zu Berlin in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Dieselbe war zwar allmählich mit dem immer wachsenden Betrieb notdürftig vergrößert, sie entsprach jedoch nicht mehr den Bedürfnissen, während die dazu benutzten Räumlichkeiten für andere Zwecke dringend gebraucht wurden.

Für den Bau einer größeren zusammenhängenden Werkstatt wurde schließlich der Bahnhof Potsdam gewählt, wo einerseits die Beschaffung eines vorteilhaft gelegenen Bauplatzes leichter zu ermöglichen war als bei Berlin, und wo andererseits bereits die Werkstätten für Lokomotiven-Reparatur sich befanden, während zugleich daselbst der Sitz des Direktoriums ist.

Der Bau wurde im Herbst 1855 (sobald die Erwerbung des erforderlichen Terrains es gestattete) in Angriff genommen, und war im Oktober 1856 so weit vorgeschritten, dass die Werkstatt bezogen werden konnte. Dieselbe wurde im Lauf des Herbstes und Winters völlig vollendet, wie die mitgeteilten Pläne sie darstellen, mit Ausnahme des Lackier­schuppens (B) auf Abb. 2, welcher, zurzeit noch nicht ausgeführt, nur eine in Aussicht genommene Vergrößerung andeutet.

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Buchtipp:
Die großartige Entwicklung von Berlin und seinen Vororten ab 1870 hat an den Verkehr auf den Eisenbahnen, besonders an den Verkehr zwischen den Vororten und der inneren Stadt Berlins, Anforderungen gestellt, denen nur durch besondere Anlagen und durch eine besondere Betriebsweise genügt werden konnte. Von dem Aufschwung erhält man ein Bild, wenn man die Entwicklung der Potsdamer Bahn verfolgt. Auf den vorhandenen zwei Gleisen, der sogenannten Stammbahn, ließen sich die drei Verkehrsarten, der Fernverkehr, Güter- und Vorortverkehr, nicht mehr in voller Regelmäßigkeit bewältigen und es musste zur gründlichen Abhilfe der auftretenden Schwierigkeiten die Strecke Berlin – Potsdam viergleisig ausgebaut werden. Die dadurch entstandene neue Vorortbahn, welche am 1. Oktober 1891 eröffnet wurde, hat zum Unterschied von der alten Potsdamer Bahn die Bezeichnung ›Wannseebahn‹ erhalten.
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• Auf epilog.de am 26. Mai 2026 veröffentlicht

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