Bau & ArchitekturTunnel

Slowacki-Tunnel

Polens größtes Tunnelbauwerk gemeistert

tvi.ticker • 15. Juli 2014

Der größte je in Polen gebaute Tunnel ist mit dem zweiten Durchschlag fertiggebohrt. Der Slowacki-Tunnel schafft mit zwei parallelen Röhren eine Straßenverbindung zwischen dem Flughafen und dem Tiefseehafen der Ostseestadt. Eine Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine grub die Röhren unter schwierigen Bodenverhältnissen unter der Weichsel hindurch.

Die beiden neuen, je 1076 m langen Tunnel werden nun für den Straßenverkehr ausgebaut. Sie bilden das Kernstück der rund 10 km langen Slowacki Route, einer Anbindung des Hafens an den internationalen Flugverkehr sowie an die Transitstrecken in das Innere des Landes. Mit der Inbetriebnahme des Tunnels im kommenden Jahr gewinnt Danzig als Drehscheibe im Warenverkehr zwischen Ost- und Westeuropa damit an zusätzlicher Bedeutung.

TunnelbohrmaschineFoto: Herrenknecht

Für den Bau des Tunnels designte und lieferte Herrenknecht eine 90 m lange Tunnelbohrmaschine (TBM) vom Typ Mixschild, die mit einem Schilddurchmesser von 12,56 m zu den großformatigen Unikaten zählt.

Die geologischen Bedingungen bei der Weichsel-Querung in Tiefen zwischen 9 m und 35 m zeigten sich erwartungsgemäß als sehr wechselhaft. Der einwirkende Wasserdruck betrug bis zu vier Bar. An manchen Stellen trennten lediglich 6 m Erdreich die TBM von dem Flussbett. Um das Bauwerk im Untergrund möglichst stabil einbauen zu können und es vor Auftrieb zu schützen, wurde die Dicke der Tübbingsteine extra stark ausgelegt. So kamen derartige Tunnelsegmente mit einer Stärke von 60 cm und einem Gewicht von 18 t zum Einsatz. Zur Herstellung der Segmente lieferte die Herrenknecht Formwork Technology GmbH vier Satz Schalungen mit einem Innendurchmesser von 11 m sowie zusätzliches Equipment wie Vakuumlifter und Wendegerät für ein sicheres und einfaches Handling der tonnenschweren Segmente.

Weiteres Zusatzequipment aus dem Hause Herrenknecht bestand aus einer Separationsanlage, die in dem vorwiegend sandigen Boden hohe Vortriebsgeschwindigkeiten durch eine auf die Tunnelbohrmaschine abgestimmte Trennung des Tunnelaushubs ermöglichte. Das Navigationssystem der TBM lieferte die Herrenknecht-Tochter VMT, die Anfahrkonstruktion sowie das Equipment für den Material- und Personentransport im Tunnel die in Dresden ansässige Herrenknecht-Niederlassung MSD. Spezialisten der Global Tunnelling Experts unterstützten den Kunden durch Service bei der Vor-Ort-Montage der Maschine bis hin zum erfolgreichen Projektabschluss.

Quelle:  Herrenknecht AG

• Auf epilog.de am 20. Juli 2015 veröffentlicht