Berliner Stadt- und Ringbahn

Der Personen-Bahnhof Westend
der Berliner Stadt- und Ringbahn

Zeitschrift für Bauwesen • 1887

Voraussichtliche Lesezeit rund 15 Minuten.

Bei dem Bau des Schlussstückes der Berliner Ringbahn von Tempelhof über Wilmersdorf nach Moabit wurde im Jahr 1877 am Schnittpunkt dieser Bahn mit der Berlin-Spandauer Chaussee ein Bahnhof angelegt, welcher nach der benachbarten Örtlichkeit den Namen ›Charlottenburg-Westend‹ erhielt. Diese Anlage wird durch die Überführung der genannten Chaussee in zwei Teile zerlegt, von denen der nördliche dem Güterbahnhof, der südliche den Anlagen für den Personenverkehr zugewiesen ist. Westansicht des Bahnhof Westend.Westansicht des Bahnhof Westend. Die letzteren umfassten ursprünglich den Haupt­perron, sowie das in Fachwerk erbaute zweistöckige Bahnhofsgebäude und außerdem zwischen den Hauptgleisen einen Mittel­perron, welcher nur durch Überschreitung des einen Hauptgleises zugänglich war. Schon nach kurzem Bestehen erfuhren die Gleisanlagen eine Erweiterung, indem der Bahnhof Grunewald durch eine zunächst eingleisig hergestellte, im Jahr 1884 zweigleisig ausgebaute Verbindung angeschlossen wurde. Im Jahr 1882 wurden die Stadtbahngleise in den Bahnhof eingeführt und die Anschlussgleise der Lehrter Bahn an die Stadtbahn über den Bahnhof geleitet. Infolgedessen wurde der Ringbahn-Personenbahnhof ein Hauptübergangspunkt des Vergnügungsverkehrs zwischen den verschiedenen Stadtteilen von Berlin und dem Grunewald, Westend und den Besuchsorten an der Spandauer Chaussee. Bei Eröffnung der Stadtbahn im Jahr 1882 wurde der Name des Bahnhofes zur Unterscheidung von dem an der Wilmersdorfer Straße gelegenen Stadtbahnhof Charlottenburg in ›Westend‹ umgewandelt.

Die bis dahin vorhandenen Anlagen in Westend genügten kaum dem gewöhnlichen Verkehr, erwiesen sich aber für den an gewissen Tagen, besonders an den Sommer-Sonntagen auftretenden Massenverkehr völlig unzureichend. Es musste deswegen zu einem Erweiterungsbau geschritten und hierbei den Anlagen eine solche Ausdehnung gegeben werden, dass einem Massenverkehr bei zahlreich laufenden Zügen mit völliger Sicherheit genügt werden konnte. Dies hat sich mit einer geringfügigen Ausnahme innerhalb des Rahmens der vorhandenen Bahnhofsgrenzen bewirken lassen. Auf den Abbildungen ist der Bahnhof in seiner jetzigen Gestalt dargestellt.

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• Auf epilog.de am 16. Oktober 2026 veröffentlicht

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