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Ketten-Wassermotor für Stromwasser von M. Vogl

Polytechnisches Journal • 1878

Dieser Ketten-Wassermotor hat den Zweck, eine möglichst große Kraft vom Stromwasser aufzunehmen und dieselbe mit einer großen Tourenzahl der Hauptwelle durch eine Transmission mit Universalgelenken auf das Ufer zu übertragen. Es lässt sich ein höherer Nutzeffekt von diesem Wassermotor gegenüber den gewöhnlichen Schiffs­mühl­wasser­rädern voraussetzen, da derselbe sehr tief in das Stromwasser eingehängt werden kann, wodurch eine große wirksame Schaufelfläche entsteht.

Ketten-WassermotorAbb. 1.

In Abb. 1 ist der Motor auf zwei mit einander verbundenen Tragflößen dargestellt. Abb. 2 zeigt den in Wasser tauchenden Teil der Schaufelkette. Von den beiden Wellen W₁ und W₂ liegt die erstere über dem Wasser in zwei auf den Flößen befestigten Lagern und überträgt die vom Wasser aufgenommene Kraft auf die Transmission, während die andere Welle W₂ durch ein Stellzeug mit zwei Schraubenzügen g gehoben oder entsprechend tief in das Wasser niedergelassen werden kann und durch die Ketten lose mitbewegt wird. Beide Wellen sind mit zwei Verbindungsbalken f verkuppelt und werden durch dieselben in fester Entfernung voneinander gehalten. Ketten-WassermotorAbb. 2. Über diese Wellen sind zwei oder mehrere Ketten ohne Ende gespannt, deren Glieder ab drei­schenklig geformt sind und die Warzen­ringe h, die auf beiden Wellen befestigt sind, zur Hälfte umfassen. Die Welle W₂ hat zwischen den Warzen­ringen h einen kleineren Durchmesser, wodurch der Widerstand derselben gegen den Strom verringert wird.

Die Schaufeln c sind durch Gelenkbänder mit den Kettenbolzen verbunden und können sich, so weit zwischen zwei Kettengliedern freier Raum ist, bewegen. Dadurch soll erreicht werden, dass sich die Schaufeln, sobald sie den tiefsten Punkt erreicht haben und rückwärts wieder in die Höhe steigen, von selbst so drehen, dass sie dem Stromwasser den geringsten Widerstand leisten, d. h. den Motor am wenigsten entgegen arbeiten. Sobald aber die Schaufeln den höchsten Punkt erreichen, fallen dieselben durch ihr Übergewicht in eine geneigte Lage und kommen so dem Stromwasser entgegen zu stehen.

Durch das Stellzeug kann der Betrieb reguliert, erforderlichen Falles ganz abgestellt werden.

Die beiden Flöße, aus entsprechenden Hölzern hergestellt, sind miteinander steif verbunden und tragen den Motor zu beiden Seiten in Lagern und mit den Aufzugs­stangen g; dieselben sind schiff­förmig abgerundet und werden wie eine gewöhnliche Schiffsmühle in den Strom gehängt. Des veränderlichen Wasserstandes wegen ist die hölzerne Trans­missions­welle l (Abb. 1 rechts) an beiden Enden mit kräftigen Universalgelenken versehen. Der ganze Motor lässt sich leicht in einzelnen Teilen aus dem Wasser nehmen oder auf demselben zusammensetzen.

• Auf epilog.de am 12. September 2026 veröffentlicht

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