Handel & Industrie – Maschinenbau
Horizontale Bandsäge
Prometheus • 19.6.1895
Die Abbildung zeigt eine interessante Maschine, welche von Herrn Landich, dem Besitzer einer Sägemühle bei Zürich, konstruiert ist und von Ransome & Co. in Chelsea bei London gebaut wird. Vertikale Bandsägen sind bekanntlich schon vielfach im Gebrauch, jedoch meistens zum Aussägen von Façonstücken aus Brettern. Die Idee, eine Bandsäge in horizontaler Ausführung herzustellen, ist neu und ermöglicht die Benutzung dieser so außerordentlich leistungsfähigen Maschine zur Zerteilung von Baumstämmen in Bretter.
Die Art, in welcher die Säge arbeitet, ist leicht verständlich aus der Zeichnung. Zwei drehbare Säulen, in welche mehrläufige steile Gewinde eingeschnitten sind, tragen den eigentlichen Sägemechanismus. Sobald ein Brett geschnitten ist und die Säge um die Dicke eines Brettes gesenkt werden soll, werden die Schraubensäulen durch das rechts sichtbare Handrad gemeinsam in Bewegung gesetzt, was um so leichter geschieht, da der schwere Sägemechanismus ohnehin das Bestreben hat, an den Schrauben hinabzugleiten.
- R E K L A M E -
Die Hebung der Säge dagegen bei Beginn der Bearbeitung eines neuen Blockes erfolgt durch Maschinenkraft. Um die Säge spannen zu können, ist der Balken, welcher die beiden Laufräder trägt, teleskopartig eingerichtet. Durch eine Zahnstange kann der innere Teil herausgeschoben und so die Entfernung der Räder reguliert werden. Um eine Durchbiegung der Säge zu vermeiden, sind in der Mitte noch zwei Führungen angebracht. Der Schlitten läuft auf Schienen, welche ihrerseits auf Rollen ruhen; er wird in der üblichen Weise langsam gegen die Säge vorgeschoben, während die rückläufige Bewegung, nachdem ein Brett abgesägt ist, rasch erfolgt. Der große Vorzug der Bandsäge vor der gewöhnlichen hin und her gehenden ist der, dass sie keine rückläufige Bewegung hat. Die Kraft für diese letztere geht somit nicht verloren, und auch die Zeit, welche für dieselbe notwendig ist, wird erspart. Eine Bandsäge läuft ferner unvergleichlich viel schneller und arbeitet daher auch sehr viel rascher. Der Erfinder gibt an, dass seine neue Maschine zehnmal so viel Arbeit zu leisten vermöge, als die gewöhnlichen bisher üblichen Brettersägen. Jedenfalls liegen die Vorteile einer derartigen Anordnung so klar zu Tage, dass an einer erheblich größeren Leistungsfähigkeit nicht zu zweifeln ist.
