VerkehrPostwesen

Maschinelle Brieffrankierung

BEW-Mitteilungen • Mai 1913

Elektrisch betriebene Brieffrankier- und Stempelmaschine (System Michelius) im Berliner Briefpostamt C2.Elektrisch betriebene Brieffrankier- und Stempelmaschine (System Michelius) im Berliner Briefpostamt C2.

Das Reichspostamt hat es sich schon seit Jahren angelegen seinlassen, Mittel und Wege zu suchen, um den lebhaften Wünschen der Geschäftswelt nach Einführung der Barfrankierung von Massenauflieferungen zu entsprechen. Nach den inzwischen abgeschlossenen Versuchen in einigen großen Ämtern hier und auswärts sind Maschinen zur Einführung gelangt, die selbsttätig die Sendungen mit Freimarken bekleben, diese mit dem Aufgabestempel bedrucken und gleichzeitig jede Marke sowie jedes Poststück zählen. Der Auflieferer hat dann die vom Zählwerk der Maschine angezeigte Stückzahl der verwendeten Freimarken in bar zu entrichten. Der Antrieb der Maschine erfolgt durch einen kleinen Elektromotor, der den automatischen Mechanismus regelt und die menschliche Tätigkeit auf das Einlegen der Postsendungen und Beaufsichtigen der maschinellen Vorrichtung beschränkt. Die Leistungsfähigkeit der Maschine gegenüber der Handarbeit ist eine weit größere und beträgt etwa im Durchschnitt 400 Stück in der Minute. Zulässig sind natürlich nur gleichartige Sendungen (gewöhnliche Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere), die in Bezug auf äußere Beschaffenheit usw. den Vorschriften genügen und in Mengen von mindestens 500 Stück einer Gattung gleichzeitig aufgeliefert werden.

Eine solche elektrisch betriebene Frankier- und Stempelmaschine (System Michelius) ist u. a. im Berliner Briefpostamt C 2 aufgestellt (s. Abb.); auch das Postamt SW68 bearbeitet mit zwei Barfrankierungsmaschinen (System Michelius bzw. Dapag-Efubag) die Massenauflieferungen von Postsendungen, so z. B. die Monatshefte der BEW-Mitteilungen.

• Auf epilog.de am 25. März 2021 veröffentlicht