DaseinsvorsorgeWasserwirtschaft

Neue Gasaufbereitung auf dem Klärwerk Hamburg geht in Betrieb

Mehr Bio-Methan aus Abwasser

tvi.ticker • 22. Juli 2020

Anlagen für Aufbereitung und Einspeisung von BiogasFoto: Hamburg Wasser

Hamburg Wasser, Hamburg Energie und Gasnetz Hamburg haben am 22. Juli 2020 auf dem Klärwerk Hamburg zwei neue Anlagen für die Aufbereitung und Einspeisung von Biogas in Betrieb genommen. Die bisherige Aufbereitungskapazität von Hamburg Wasser wird damit um knapp das Dreifache gesteigert. Die maximale Einspeisemenge des erneuerbaren Gases im Hamburger Gasnetz erhöht sich damit auf stündlich bis zu 1350 m³. Davon profitiert die Kundschaft von Hamburg Energie. Der Versorger liefert das CO₂-neutrale Gas direkt an die Hamburger Haushalte. Die städtischen Unternehmen leisten mit dem Ausbau einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Insgesamt werden durch die Anlagen 12 000 t CO₂-Emissionen pro Jahr eingespart.

Energie aus dem Abwasser der Stadt – das funktioniert in Hamburg seit 60 Jahren. Hamburg Wasser gewinnt aus den Faultürmen des Klärwerks Hamburg mitten im Hamburger Hafen Faulgas. Der Abwasserentsorger setzt dabei ein deutschlandweit einmaliges Konzept um. Das Faulgas wird nicht nur zur elektrischen Eigenversorgung des Klärwerks genutzt; der Überschuss wird für die Einspeisung ins städtische Netz aufbereitet und veredelt. Die erste Gasaufbereitungsanlage (Gala 1) hat Hamburg Wasser bereits 2011 in Betrieb genommen. Während die Gala 1 stündlich 350 m³ produziert, liefert die neue Anlage, die Gala 2, bis zu 1000 m³ pro Stunde zur Einspeisung ins städtische Netz. Gasnetz Hamburg hat dafür eine zweite und deutlich leistungsfähigere Einspeiseanlage gebaut. Die Anlage misst den Energiegehalt des eingehenden Bio-Methans und passt Druck und Brennwert an. So entsteht ein erneuerbares Gas, das in seinen Eigenschaften vollständig den von Erdgas entspricht. Insgesamt bringen die Gasaufbereitungsanlagen so viel Energie ins Netz, dass damit rechnerisch der Heizenergiebedarf von rund 5700 Haushalten klimaneutral gedeckt werden kann.

• Quelle: Hamburg Wasser

• Auf epilog.de am 24. Juli 2020 veröffentlicht