Forschung & TechnikTechnik

Die Elektrizität in Haushalt und Küche

Von Hans Dominik

Die Woche • 17.4.1909

Voraussichtliche Lesezeit rund 9 Minuten.

Im Mai 1909 kann die deutsche Elektrotechnik ein wichtiges Jubiläum feiern. Dann sind gerade 25 Jahre verflossen, seitdem ein damals noch junger Ingenieur Emil Rathenau es unternahm, die Reichshauptstadt in großem Maßstab mit Elektrizität zu versorgen, die elektrische Energie dem kleinen Einzelabnehmer ebenso ins Haus zu liefern, wie vordem Gas und Wasser geliefert wurden. Es war ein kühnes Unterfangen, dem der alte Werner Siemens eine ziemlich ungünstige Prognose stellte, aber das Werk ist über alle Maßen geglückt. Die Elektrizität ist heute Allgemeingut geworden, und ihre Dienste werden in weitestgehendem Maß und für hunderttausend verschiedene Zwecke in Anspruch genommen.

Die ersten Zentralen sollten den Strom vornehmlich für Beleuchtungszwecke abgeben. Man wollte dem Gaslicht Konkurrenz machen, und wenn wir uns erinnern, dass es damals eigentlich nur den alten Schnittbrenner gab, dessen gelbe, matte, alle Räume einräuchernde Flamme die meisten von uns heute längst vergessen haben, so erscheint das Unternehmen, dagegen mit der einfachen Kohlenfadenglühlampe Sturm zu laufen, ganz begründet. Man weiß aber auch, wie die Gastechnik sich nicht so ohne weiteres über den Haufen rennen ließ, wie zunächst gute Gas-Argand-Brenner mit Zylindern auf den Markt kamen, und wie dann das Gasglühlicht seinen ungehemmten Siegeszug um die Welt antrat und das elektrische Licht durch Jahre hindurch aus das allerschwerste bedrängte. Auf dem Gebiet der Beleuchtung kämpfen Gas und Elektrizität heute noch einen harten Kampf, bei dem das Publikum als lachender Dritte alle Vorteile genießt.

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• Auf epilog.de am 13. November 2017 veröffentlicht

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