epilog.de
Technik • Verkehr • Infrastruktur
VerkehrSchifffahrt

Mehr Platz für große Schiffe

Anpassung Einfahrt Hamburger Vorhafen fertiggestellt

tvi.ticker • 1. März 2017

Das Projekt ›Anpassung Einfahrt Vorhafen‹ wurde in Hamburg erfolgreich abgeschlossen. Ein Gewinn sowohl für die Container- als auch Kreuzschifffahrt, denn mit der vergrößerten Vorhafen-Einfahrt wird einerseits die nutzbaren Tide-Zeitfenster für das Ein- und Auslaufen und den Manövrierraum großer Schiffe im Bereich Tollerort erweitert. Andererseits kann die Breitenrestriktion für Kreuzfahrtschiffe am Cruise Center Altona von 32,3 m auf 40 m erhöht werden. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, später zusätzliche Warteplätze für Feederschiffe einzurichten, was das Verkehrsaufkommen in diesem stark frequentierten Hafenbereich reduzieren wird.

Der Vorhafen ist die Zufahrt zu den Hafenumschlagsflächen in Steinwerder. Durch seine Lage am Hauptstrom der Norderelbe und die ehemaligen Ufergeometrien existierten bis zu dem nun abgeschlossenen Umbau Strömungsverhältnisse, die Restriktionen für die Ein- und Ausfahrt großer Schiffe zur Folge hatten. Dank der neuen Situation können die Restriktionen für 370 m-Schiffe auf Fahrzeuge von bis zu 400 m angewendet werden.

Im Wesentlichen bestand das Projekt aus drei Baumaßnahmen:

  1. Im Bereich Tollerort wurde eine vier Hektar große Landspitze zurückgebaut und mehr Wasserfläche geschaffen. Mit dem hierbei gewonnenen Aushub wurde der restliche Kohlenschiffhafen verfüllt, was dem Containerterminal Tollerort (CTT) und dem Klärwerk Köhlbrandhöft zusätzliche Flächen verschafft. Für zukünftige Hafenentwicklungen und weitere Infrastrukturmaßnahmen wurde aus den Böden aus dem Rückbau der Tollerort-Spitze in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Kuhwerder-Terminal ein Bodenzwischenlager errichtet.
  2. Am Tollerort-Nordufer wurden neue Vorsetze gebaut. Sie bestehen aus einem rund 250 m langen Kaimauerbauwerk, das von der Nordost-Ecke der Tollerort-Spitze ausgehend im westlichen Bereich in eine rund 350 m lange Böschung übergeht. Die bereits bestehende Kaimauer am Nordende des Europakais wurde durch eine rund 90 m lange vorgebaute Kaimauerkonstruktion verstärkt.
  3. Auch die bestehende umlaufende Kaimauer am Lotsenhöft wurde verstärkt, indem ihr eine rund 160 m lange Kaimauerkonstruktion vorgebaut wurde.

Damit sind die Voraussetzungen für einen Manövrierraum von 450 m Durchmesser, eine flexiblere Liegeplatzvergabe und eine erhöhte nautische Sicherheit im Bereich Tollerort erfüllt.

Quelle: Hamburg Port Authority

• Auf epilog.de am 8. März 2017 veröffentlicht