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Wuppertal

Vor 50 Jahren fuhr der
erste Schwebebahn-Gelenkzug

tvi.ticker • 13. Dezember 1962/2012

Schwebebahn WuppertalFoto: Wuppertaler Stadtwerke

Am 14. Dezember 1962 rollte der erste Gelenkwagen der Schwebebahn im Fahrgastverkehr. Damit orientierte man sich am Vorbild der Straßenbahn, bei der in Deutschland seit Mitte der 1950er Jahre diese Bauart üblich wurde. Der Vorteil: So konnte einer der beiden Zugbegleiter eingespart werden. Die Firma Westwaggon in Köln, Hauslieferant der Schwebebahn, entwickelte spezielle Gelenkteile sowie das neue Mittelstück, mit dessen Hilfe zwei Einzelwaggons aus der Schwebebahnflotte zu einem Gelenkzug verbunden werden konnten. In der Schwebebahnwerkstatt in Vohwinkel wurden dann die beiden vorhandenen Einzelwagen 65 und 66 aus dem Baujahr 1950 umgebaut. Heck- bzw. Frontpartie wurden abgetrennt und die Teile von Westwaggon eingefügt. Auffälligstes Merkmal des neuen Zugs, der die Wagennummer 101 erhielt, war die auffällige Außenlackierung. Statt des Rots der übrigen Schwebebahn-Flotte wurde der Gelenkwagen in vornehmem Dunkelblau mit cremefarbenem Fensterband gestrichen. Daher nannten ihn die Wuppertaler bald ›blauer Enzian‹. Neben der neuen Außenfarbe hatte sich auch im Innenraum einiges verändert. Anstelle der bis dahin üblichen gegenüberliegenden Sitzbänke fand der Fahrgast nun neue Kunstlederpolstersitze vor, die alle nach vorne ausgerichtet waren. Darüber hinaus gab es nur noch eine Wagenklasse. Ein völlig neues ›Schweben‹ gab es auch für das Fahrpersonal. Sie steuerten die Motoren mit einem Fahrschalter, der über 20 Stufen verfügte. Drei Jahre später ging ein zweiter Gelenkzug, Wagen 102, in Betrieb. Er war aus den früheren Einzelwagen 77 und 78 – beide ebenfalls Baujahr 1950 – zusammengesetzt worden. Als technische Neuerungen verfügte er über neu entwickelte Fahrgestelle und ein neuartiges Bremssystem.

Quelle: Wuppertaler Stadtwerke

Buchtipp:
Die 1910 eröffnete Untergrundbahn der damals noch selbstständigen Stadt Schöneberg – heute die Berliner Linie U 4 – war nicht nur die zweite U-Bahn in Deutschland, sie setzte auch neue Maßstäbe bei der Baulogistik und viele Verfahren der ›Berliner Bauweise‹ wurden hier zum ersten Mal angewendet. Dem Verfasser dieses Buches, Stadtbaurat Friedrich Gerlach (1856 – 1938), oblag die oberste Leitung für das Projekt der Schöneberger Untergrundbahn und so erfährt der Leser aus erster Hand, wie die Strecke geplant und gebaut wurde. Über 120 Zeichnungen und Fotos illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 14,90 | 110 Seiten | ISBN: 978-3-7519-1432-1

• Auf epilog.de am 22. Dezember 2012 veröffentlicht

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