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Nahverkehr der Zukunft

Transport System Bögl

Rundschau für Kultur+Technik • 18.4.2021

Weltweit wachsen Großstädte und die Urbanisierung schreitet stetig voran. Bis 2035 werden über 5,6 Milliarden Menschen in Metropolen und deren Einzugsgebiet leben. Mit dem Wachstum gehen zunehmende Bebauungsdichte sowie Verkehrs-, Lärm- und Luftbelastungen einher. Daher sind Nahverkehrskonzepte nötig, die sich den Herausforderungen von Großstädten stellen und Stadtteile nahezu geräuschlos und effizient vernetzen. Mit dem Transport System Bögl (TSB) wurde ein zukunftsweisendes Nahverkehrssystem entwickelt. Dank der Magnetschwebetechnologie ist es leise, flexibel, platzsparend, emissionsarm und zuverlässig. Das TSB kann zudem durch die variable Trassierung in jedes Stadtbild sowie in bereits bestehende Verkehrsinfrastruktur integriert werden.

Transport System BöglFoto: Firmengruppe Max Bögl

Die steigende Bebauungsdichte lässt Zentren, Vorstädte, Messegelände, Industriegebiete und Flughäfen näher aneinanderrücken. Die Konsequenz: Mehr Menschen wollen sich auf geringerem Platz zuverlässig und flexibel fortbewegen. Auf den Straßen herrscht eine enorme Verkehrsdichte. Bestehende Bus- und Tram-Systeme sind in Frequenz und Auslastung den Anforderungen vielerorts nicht mehr gewachsen. Um diese Herausforderungen zu meistern, nutzt das TSB modernste Magnetschwebetechnologie. Magnete sind im Fahrwerk des Zuges installiert und halten diesen berührungslos mit elektromagnetischer Kraft an einer im Fahrweg montierten Stahlschiene. Zur Fortbewegung dienen Linearmotoren.

Ein großer Vorteil der Magnetschwebetechnologie ist neben dem nahezu geräuschlosen Vortrieb die witterungsunabhängige Zuverlässigkeit. Das Fahrwerk liegt geschützt im Fahrweg, wodurch es keine Beeinträchtigungen zum Beispiel bei Schnee und Eis gibt. Diese Eigenschaften machen das TSB zur zukunftsweisenden Alternative beim Aus- und Neubau der Nahverkehrsinfrastruktur, besonders in dicht besiedelten, urbanen Regionen und deren Peripherie.

Das System bringt mehr als 35 000 Personen pro Stunde und Richtung ans Ziel – und das bei deutlich niedrigeren Investitionskosten im Vergleich zu gängigen U-Bahn-Systemen. Mit bis zu 150 km/h ist das TSB nahezu geräuschlos im Stadtgebiet und dessen Umland unterwegs und passt sich mit einer hohen Taktfrequenz von bis zu 80 Sek. Zugfolgezeit den Auslastungen flexibel an. Die Streckenlänge kann zwischen einem und über 50 km liegen.

Der Fahrweg

Transport System BöglFoto: Firmengruppe Max Bögl

Verkehrssysteme der Zukunft finden ihren Platz nahtlos in bestehenden Mobilitätsstrukturen. Großstädte sind oberirdisch bereits mit mehrspurigen Straßen verbaut. Unterirdisch befindet sich eine Vielzahl an Versorgungsleitungen sowie U-Bahn-Tunnel. Dies stellt eine Herausforderung für die urbane Infrastruktur dar. Der Fahrweg des TSB ist speziell hierfür konzipiert und lässt sich flexibel in bestehende und neue Infrastruktursysteme integrieren. Die Trassenführung passt sich dem jeweiligen urbanen Umfeld an und es sind keine störenden Oberleitungen notwendig. Der Fahrweg kann ebenerdig, unterirdisch oder auch aufgeständert sein. Teure Primärtragwerke sind somit unnötig. Der Fahrweg wird standardisiert und effizient in Sengenthal industriell produziert. Der weltweite Transport erfolgt mittels Standard-Seecontainern. Anhand der einfachen Ständerbauweise des Fahrwegs wird eine schnelle Montage vor Ort ermöglicht. Es ergibt sich daraus nicht nur eine deutlich verkürzte Bauzeit, auch der Flächenverbrauch reduziert sich. Da sich das Gewicht des TSB-Fahrzeugs durch die Magnetschwebetechnologie gleichmäßig auf dem Fahrweg verteilt, ist dieser im Vergleich zum Rad-Schiene-System, wo die Belastung punktuell erfolgt, sehr niedrig und leicht.

Das TSB kann Steigungen von 10 % und einen Bogenradius von 45 m bei einer Querneigung von 8° bewältigen. Dank der Aufständerung lässt sich das TSB optimal in die städtische Infrastruktur integrieren. Es auf dem Mittelstreifen vorhandener Verkehrswege aufgeständert werden und passt sich auf diese Weise ohne zusätzlichen Flächenverbrauch in die gegebene Infrastruktur ein.

Die verbaute Elektronik basiert auf Straßenbahntechnik und ist somit leicht von erfahrenem Betriebspersonal zu warten. Die Betriebsleittechnik erlaubt einen vollautomatischen Betrieb mit kurzen Zugfolgezeiten. Von der Zentrale aus können alle Teilsysteme vollständig gesteuert und überwacht werden.

Neben dem vollautomatisch gesicherten Betrieb ermöglicht das Automatiksystem einen energieeffizienten Fahrbetrieb. Während ein Fahrzeug bremst und seine Energie zurückspeist, kann das intelligente Automatiksystem synchron ein Fahrzeug starten lassen, so dass die Bremsenergie direkt vom startenden Fahrzeug aufgenommen wird.

Quelle: Firmengruppe Max Bögl

• Auf epilog.de am 18. April 2021 veröffentlicht