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Skoda Popular Sport Monte Carlo

Rundschau für Kultur+Technik • 1.10.2016

Am 1. Oktober 1936 stellte sich der Skoda Popular Sport Monte Carlo den Besuchern des 20. Autosalons in Paris vor. In den drei folgenden Jahren entstand eine limitierte Edition sportlicher Roadster, Cabrios und Coupés – sie zählen heute zu den attraktivsten Oldtimern der Marke aus Mladá Boleslav.

Skoda Popular Sport Monte CarloFoto: Skoda

Die außerordentlichen Fahrzeuge vom Typ Popular Monte Carlo haben vor 80 Jahren an das erfolgreiche Motorsportengagement von Skoda angeknüpft, das schon 1901 begonnen hatte, sagt Andrea Frydlová, Leiterin des Skoda Museums in Mladá Boleslav. Die limitierte Serie wurde direkt vom Spezialfahrzeug für die Rallye Monte Carlo 1936 abgeleitet, ihre Käufer profitierten vom Erfahrungsschatz der Rennabteilung von Skoda, so Frydlová weiter.

Im Januar 1936 errang Skoda einen ungewöhnlichen Erfolg im Motorsport: Das Team Zdenek Pohl/Jaroslav Hausman, als Außenseiter gestartet, belegte mit einem modifizierten Roadster Skoda Popular bei der Rallye Monte Carlo den zweiten Platz in der Klasse bis 1500 cm³. Das Unternehmen nahm diese Leistung zum Anlass, eine limitierte Serie sportlicher Modelle mit markantem Design aufzulegen – den Skoda Popular Sport Monte Carlo.

Ähnlich wie der Rallye-Wagen hatten auch die Kundenfahrzeuge den leistungsstärkeren Vierzylindermotor mit 1,4 Liter Hubraum und 31 PS vom Modell Rapid unter der Haube. Das Dreiganggetriebe saß an der Hinterachse und bildete dort einen Block mit dem Differenzial (Transaxle-System). Die Höchstgeschwindigkeit betrug rund 110 km/h, die wirksamen hydraulischen Bremsen rundeten das sportliche Naturell des Skoda Popular Monte Carlo ab. 1936 betrug der Basispreis des Editionsmodells 28 500 Kronen, während der Standard-Roadster Popular 1,0 l/22 PS bei 18 700 Kronen startete.

Die ersten beiden Fahrzeuge vom Typ Skoda Popular Monte Carlo entstanden im Juli 1936, das letzte Exemplar – ein Coupé mit dunkelgrauer Metalliclackierung – wurde am 13. Januar 1939 ausgeliefert. Von den 70 hergestellten Autos waren 24 Roadster in leichter Ausführung mit einfacherer Ausstattung. Zudem entstanden 17 komfortablere Roadster mit kurbelbetätigten Seitenscheiben statt der Aufsatzscheiben. 23 Coupés, zwei Cabriolets, zwei Chassis für den individuellen Karosseriebau sowie zwei Fahrwerke oder auch nur Motoren komplettierten die Serie.

Besonders luxuriös ausgestattet waren zwei Roadster, die die tschechoslowakische Regierung 1938 dem Staatsoberhaupt des verbündeten Staates Jugoslawien schenkte, dem nur vierzehnjährigen König Petar II. Karadordevic. Anspruchsvolle private Kunden konnten sich für das zweisitzige Coupé Skoda Popular Monte Carlo entscheiden, das 35 000 Kronen kostete. Es war 4,20 Meter lang, 1,50 Meter breit sowie 1,37 Meter hoch und brachte 960 kg auf die Waage.

Im Oktober 1937 ging das Facelift-Modell in den Verkauf, seine technischen Merkmale waren eine modifizierte Aufhängung und Abstimmung sowie ein verlängerter Radstand. Die kompakte Karosserie trug viele Elemente des damaligen Stromliniendesigns, die Scheinwerfer waren teilweise in die Kotflügel versenkt.

Heute sind vom Typ Skoda Popular Sport Monte Carlo rund ein Dutzend Autos erhalten, sie zählen zu den begehrten Oldtimern der Marke. Bereits 1968 erwarb das damals neu gegründete Skoda Museum ein schwarzes Coupé vom Baujahr 1937, um die Jahrtausendwende wurde es einer sorgfältigen Restaurierung unterzogen. Seitdem wird der Zweisitzer für Präsentationen der Geschichte der Marke aus Mladá Boleslav eingesetzt und nimmt an zahlreichen Oldtimer-Veranstaltungen teil. Ein weiteres Exemplar aus der limitierten Serie Popular Sport Monte Carlo wird zurzeit mit großer Sorgfalt in den Werkstätten des Skoda Museums restauriert.

Quelle: Skoda Auto Deutschland GmbH

• Auf epilog.de am 1. Oktober 2016 veröffentlicht

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