Verkehr – Nahverkehr
Schwebebahnen
Erdal-Kwak-Serienbilder • 1928
Erdal-Kwak-Serienbilder waren Werbe- und Sammelkarten der Firma Werner & Mertz aus Mainz. Mit ihnen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die bekannten Produkte ›Erdal Rotfrosch‹ (Schuhcreme) und ›Kwak Bohnerwachs‹ geworben.
Die Kreuzeckbahn.Die Bahn auf das Kreuzeck erschließt eins der wundervollsten Panoramen der Bayrischen Alpen. Eine Benutzung dieser Anlage bietet zu jeder Jahreszeit die höchsten Reize. Auf unserem Bild sieht man zunächst eine der drei Betonstützen, über die soeben eine Kabine mit 26 Personen hinweggeglitten ist. Dahinter im lieblichen Loisachtal ist Garmisch-Partenkirchen zu erkennen, während der Blick weiter nach der bayrischen Hochebene auf München zu schweift. Diese neuzeitliche Verkehrsanlage erschließt in wenigen Minuten ein Kletter- und Wintersportgebiet von außerordentlich günstiger Lage.
Die Pfänderbahn.Wer den Bodensee nur kurz besuchen konnte, bedauerte es, nicht einen der umliegenden Berge besteigen zu können, um einen Rundblick auf das schwäbische Meer zu genießen. Diesem Mangel hat die Pfänderbahn abgeholfen, die ihren Ausgangspunkt in Bregenz hat. Die Bahn führt über vier Stützen bis zu 1024 m und überwindet 606 m Höhenunterschiede in 9½ Minuten. Der Rundblick vom Gipfel bietet ein überwältigendes Bild über die Allgäuer Alpen, den Bregenzer Wald, den Rhätikon, die Vorarlberger, St. Galler und Glarner Alpen im Süden bis zu den Appenzeller Alpen mit Säntis und Urirotstock im Westen. Der Antrieb dieser von Bleichert-Leipzig gebauten Anlage befindet sich in der Bergstation.
Die Fichtelbergbahn.Diese Bahnanlage stellt die erste Seilschwebebahn in Deutschland dar; ihren Hauptzweck erfüllt sie im Winter, sie wird aber auch im Sommer betrieben. Vom Fichtelberggipfel aus hat man die wunderbarsten Schneeschuhwege sowie eine 3100 m lange Bobsleigh- und eine 2500 m lange Rodelbahn. Das Sportpublikum kann nun den Aufstieg in 9 Minuten bewältigen. Unser Bild zeigt die sich begegnenden Kabinen, die je 18 Personen mit Sportgerät oder Gepäck befördern können. Unten ist im Vordergrund das sächsische Oberwiesenthal zu erkennen, während die Straße, die im Hintergrund aufsteigt, nach dem nur wenige hundert Meter entfernten böhmischen Wiesenthal führt.
Die Schwebebahn Elberfeld-Barmen.Vohwinkel, Elberfeld und Barmen haben durch die reich angesiedelte Industrie und Bevölkerung auch entsprechende Verkehrsbedürfnisse. Die auf beiden Seiten der Wupper aufsteigenden Berge verweisen die Verbindungsstraßen zwangsläufig in das enge Tal. In ihm ist aber die Zahl der Straßen ziemlich begrenzt, so dass der Flusslauf der Wupper nicht ungenützt gelassen werden konnte. Da Schifffahrt nicht in Frage kam, wurde über dem Fluss eine Schwebebahn errichtet. Sie ist die einzige Anlage dieser Art und überwindet die 13,3 km lange Strecke in 34 Minuten. Ihre höchste Fahrgeschwindigkeit beträgt 40 km/h. Unser Bild zeigt die Schwebebahn am Sonnborn-Viadukt.
Die Kranabethsattelbahn.Die Seilschwebebahn hat ihren Ausgangspunkt am Südwestende des Traunsees im Salzkammergut. Obwohl die Anlage 2931 m Länge und 1110 m Höhenunterschied in 14 Minuten überwindet, hat man sie nur auf drei Stützen montiert. Teilweise schwebt sie 700 m hoch über den Talgrund hinweg. Von der Bergstation aus hat man eine prächtige Fernsicht nach den Bayrischen Alpen über die Hohen Tauern mit Großglockner und Venediger bis zur Dachsteingruppe. Dem Führer ist es mittels eines Fahrbildanzeigers jederzeit möglich, den Stand der beiden Wagen zu erkennen. Er kann sich auch während der Fahrt mit der Talstation und mit dem anderen Wagen telefonisch verständigen; auch der Antrieb kann von ihm stillgesetzt werden.
Die Raxbahn.Die Rax ist ein außerordentlich beliebtes Ausflugsziel der Wiener für ihre Wochenendfahrten; sie stellt ein Hochplateau von mehreren Stunden Ausdehnung dar. Vierzehn Hütten, die auf promenadenartigen Spazierwegen über Matten und Hochwald zu erreichen sind, gewähren Unterkunft. Auch anstrengende Bergwanderungen und gewagteste Klettereien können dort ausgeübt werden, so dass es begreiflich ist, wenn im ersten Betriebsjahr auf der Raxbahn 171 000 Personen befördert wurden. Trotz 2162 m Länge der Anlage, die auf fünf Stützen ruht, beträgt die Fahrtdauer nur 9 Minuten.