VerkehrEisenbahn

Schneller und komfortabler von Leipzig Hbf. zur Schnellfahrstrecke München–Berlin

tvi.ticker • 10. Dezember 2020

Abschluss des viergleisigen Ausbaus der nördlichen Ein- und Ausfahrt Leipzig mit Zugbehandlungsanlage, neuem Haltepunkt, innerstädtischen Brücken sowie umfangreichem Lärm- und Erschütterungsschutz

Demontage alter OL-MastenFoto: Jörn Daberkow/Deutsche Bahn

Mit Spezialtechnik haben Monteure während der vergangenen Nächte 16 m hohe Oberleitungsmaste in Leipzig-Mockau aus dem Gleisfeld gehoben. Das waren die letzten Arbeiten am Projekt ›viergleisiger Ausbau von Leipzig Hauptbahnhof bis Leipzig-Wiederitzsch‹, denn die Maste waren die Reste der alten Bahnanlage und mussten ganz zum Schluss aus den fertigen neuen Bahnanlagen ›ausgefädelt‹ werden. Zum 13. Dezember 2020 geht nach acht Jahren und 350 Mill. € Investition mit dem vierten Gleis der letzte Teil des Projektes in Betrieb.

Dr. Marcus Schenkel, Leiter Infrastrukturprojekte Südost DB Netz AG: Unsere Kunden erhalten durch die neuen elektrifizierten elektronisch gesteuerten viergleisigen Bahnanlagen eine sehr schnelle und zuverlässigere Anbindung von Leipzig Hbf. an die Schnellfahrstrecke München–Berlin, z. B. können die Züge statt mit 40 jetzt mit bis zu 160 km/h ein- und ausfahren. Eisenbahnüberführung Rackwitzer StraßeFoto: Frank Kniestedt/Deutsche BahnDie neue Eisenbahnüberführung Rackwitzer Straße Zu den Verbesserungen gehören verlängerte und erhöhte Bahnsteige im Hauptbahnhof, frische saubere Züge vor jedem Zugumlauf durch eine neue Zugbehandlungsanlage am ICE-Werk, ein neuer S-Bahnhaltepunkt an der Essener Straße, moderne innerstädtische Straßenunterführungen unter die Bahnanlagen sowie umfangreicher Schall- und Erschütterungsschutz. 50 km Gleis, 150 Weichen und 5 km Schallschutzwände wurden neu gebaut.

Im Wesentlichen mussten Zugverkehr und auch der Einkaufsbetrieb im Hauptbahnhof immer funktionieren. Hier war die Baustelle mit riesigen Staubschutzplanen eingehüllt. An einem Gleis wurde gebaut, auf dem anderen gefahren. Zu einem genauen Zeitpunkt, meist einmal im Jahr, wurde gewechselt. Während der Sperrungen für den Zugverkehr wurde sozusagen alles umgeklemmt, der Betrieb neuer Gleise und Oberleitungen mit der neuen Software der Sicherungstechnik hochgefahren.

Quelle: Deutsche Bahn

Buchtipp:
Die großartige Entwicklung von Berlin und seinen Vororten ab 1870 hat an den Verkehr auf den Eisenbahnen, besonders an den Verkehr zwischen den Vororten und der inneren Stadt Berlins, Anforderungen gestellt, denen nur durch besondere Anlagen und durch eine besondere Betriebsweise genügt werden konnte. Von dem Aufschwung erhält man ein Bild, wenn man die Entwicklung der Potsdamer Bahn verfolgt. Auf den vorhandenen zwei Gleisen, der sogenannten Stammbahn, ließen sich die drei Verkehrsarten, der Fernverkehr, Güter- und Vorortverkehr, nicht mehr in voller Regelmäßigkeit bewältigen und es musste zur gründlichen Abhilfe der auftretenden Schwierigkeiten die Strecke Berlin – Potsdam viergleisig ausgebaut werden. Die dadurch entstandene neue Vorortbahn, welche am 1. Oktober 1891 eröffnet wurde, hat zum Unterschied von der alten Potsdamer Bahn die Bezeichnung ›Wannseebahn‹ erhalten.
  PDF-Leseprobe € 14,90 | 104 Seiten | ISBN: 978-3-695-14284-2

• Auf epilog.de am 14. Dezember 2020 veröffentlicht

Reklame