Berliner Brücken

Der Neubau der Charlottenburger Brücke

Zentralblatt der Bauverwaltung • 29.5.1909

Voraussichtliche Lesezeit rund 11 Minuten.

Ingenieur: kgl. Baurat Stadtbaurat A. Bredt­schneider in Charlottenburg;
Architekt: Professor B. Schaede in Charlottenburg.

 

An Stelle der jetzt vollendeten Charlottenburger Brücke über den Landwehrkanal befand sich früher eine hölzerne Klappbrücke, die bis zum Jahr 1900 im Besitz des Fiskus war. Wegen der Schwierigkeiten, die der Schifffahrt aus der schiefen Lage der Brückenklappen und dem Straßenverkehr aus ihrer geringen Breite erwuchsen, plante die kgl. Wasserbauverwaltung bereits im Jahr 1897 einen Neubau. Die neue Brücke sollte aus einem Gewölbebogen bestehen und einen 14,5 m breiten Fahrdamm, einen Bürgersteig von 5 m Breite auf der Nordseite und einen Bürgersteig von 3 m Breite auf der Südseite erhalten. Die Verhandlungen zwischen Charlottenburg und dem Fiskus wegen der Höhe der zu leistenden Beiträge führten dahin, dass die Stadtgemeinde die Brücke in ihr Eigentum übernahm. Kaufkraftäquivalent:
1000 Mark in 1909 ≈ € 7200 in 2025.
Der Fiskus verpflichtete sich, an die Stadtgemeinde 323 300 Mark als Entgelt für den Neubau und 60 000 Mark als Entschädigung für die dauernde Unterhaltung der Brücke zu zahlen. Wegen der bedeutsamen Lage der neuen Brücke am Eingang in das Charlottenburger Stadtgebiet und wegen ihres großen Verkehrs schien es geboten, einen neuen Entwurf mit größerer Brückenbreite und vornehmer künstlerischer Ausgestaltung aufzustellen. Die Brücke liegt in der Fortsetzung der Straße Unter den Linden in Berlin und im Zuge der Döberitzer Heerstraße, und die Stadtgemeinde Charlottenburg hatte die Verpflichtung übernommen, die Bismarckstraße und ihre Verlängerung bis zum Grunewald in einer Breite von 50 m auszubauen. Daher wurde ein neues Programm aufgestellt, nach dem außer den Bürgerteigen die Fahrdämme der Berliner Straße und ihr Reitweg uneingeschränkt über die Brücke geführt werden sollten. Für die künstlerische Ausgestaltung der Brücke sollte der Betrag von rund 300 000 Mark aufgewendet werden.

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• Auf epilog.de am 3. April 2026 veröffentlicht

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