Berliner Stadt- und Ringbahn
Kohlenbahnhof Wedding
der Berliner Ringbahn
Zeitschrift für Bauwesen • 1879
1. Allgemeines.
Die mit der Niederschlesisch-Märkischen Bahn in Berlin ankommenden schlesischen Kohlen, so weit dieselben nicht für die mit Gleisanschlüssen ausgestatteten Gasanstalten etc. bestimmt sind, mussten früher von dem im äußersten Osten der Stadt gelegenen Bahnhof der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn aus mit Landfuhrwerk abgefahren werden. Hierdurch erwuchsen nicht nur den in den entfernteren Stadtteilen wohnenden Konsumenten erhebliche Fuhrkosten, sondern es entstand auch durch das zahlreiche Kohlenfuhrwerk eine erhebliche Belastung der die Abfuhrwege nach dem Inneren der Stadt bildenden Straßen.
Da die Niederschlesisch-Märkische Bahn jährlich durchschnittlich 2 000 000 t Kohlen nach Berlin befördert, von denen nur ein Bruchteil auf den vorhandenen Anschlussgleisen direkt per Bahn nach den einzelnen Etablissements geht, so lässt sich der Umfang des daraus resultierenden Straßenfuhrverkehrs leicht ermessen.
Erst nach Inbetriebsetzung der neuen Berliner Verbindungsbahn, welche als erster Teil der Berliner Ringbahn von Schöneberg über Tempelhof –
Man entschloss sich, obgleich die Bahnhöfe Moabit und Gesundbrunnen schon Gelegenheit zur Abfuhr der Kohlen mittelst Landfuhrwerks boten, zur weiteren Hebung des Kohlenverkehrs mit Rücksicht auf die industrielle Bedeutung jener Stadtgegend einen besonderen Kohlenbahnhof dort anzulegen, welcher nicht nur ausgedehnte Kohlenlagerplätze, sondern auch Einrichtungen zum bequemen Entladen, bzw. zum Überladen der Kohlen auf Landfuhrwerk bieten sollte.
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