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Hydraulische Presse zur Herstellung hohler Blechwaren

Polytechnisches Journal • 1880

Von F. W. Fischer in Wernigerode wurde eine hydraulische Presse patentiert, bei welcher zur Herstellung hohler Blechwaren eine unter hohem Druck stehende Flüssigkeit als Stempel verwendet wird.

Hydraulische Presse zur Herstellung hohler Blechwaren

Die Abbildung rechts zeigt dem Prinzip nach eine Presse zur Herstellung wenig vertiefter Formen und für Blechmaterial, welches die Verarbeitung im kalten Zustande gestattet. Die Pressflüssigkeit ist hier Wasser und der Vorgang beim Pressen folgender: Auf dem Tisch A, dessen Fläche a a gehobelt ist, wird das gerade Blech b gelegt, die Form c darauf gestellt und befestigt, worauf man das gedrückte Wasser durch das Loch o unter das Blech treten lässt. Das Blech wird ausgedehnt und an die Wände der Form gelegt. Die in dieser befindliche Luft entweicht durch das Loch l. Wird die Form aus zwei Teilen hergestellt, die durch Ringe zusammengehalten werden, so ist es möglich, bauchige Gegenstände zu erzeugen.

Sollen tiefe Formen hergestellt werden und will man das häufige Ausglühen der Bleche vermeiden, so wird als gedrückte Flüssigkeit ein geschmolzenes Metall verwendet, und die dafür geeignete Presse ist in der Abbildung links angedeutet. Auf den mit gehobelter Fläche a a versehenen Tisch m wird wie oben das gerade Blech b gelegt, die Form c darauf gestellt und befestigt. Wird nun der Stempel s der hydraulischen Presse T gehoben, so drückt derselbe das geschmolzene Metall p unter das Blech, wodurch das letztere gedehnt und an die Wände der Form gelegt wird. Das Loch l dient auch hier wieder zum Entweichen der in der Form befindlichen Luft. Durch die Kanäle k streicht die Flamme eines vorgelegten Feuers, welche das Metall p flüssig erhält.

• Auf epilog.de am 1. Juni 2021 veröffentlicht