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Zwei Maschinen, allerlei Lasten damit in die Höhe zu ziehen

Schatzkammer mechanischer Künste • 1620

Diese zwei Maschinen sind sehr bequem, allerlei Lasten damit über sich in die Höhe zu ziehen und sind mit wenigen Feinheiten zugerichtet, wie in der Figur abzunehmen.

Zwei Maschinen, allerlei Lasten damit in die Höhe zu ziehen

Wenn man nun zu ihrem Betrieb kommt und die erste ansieht, ist sie nicht allein nützlich, sie ist auch notwendig zur Aufrichtung und Vollführung eines jeden großen Gebäudes, indem man mit derselbigen Steine, Kalk und andere dergleichen Materialien an eine gehörige Höhe leicht und mit großem Vorteil ziehen kann. Denn so ein Mann alleine das große Rad A. mittels der Ketten, die um dasselbige gewickelt sind, herumtreibet, macht er zugleich die Schraube B. auch herumzugehen. Nachdem nun solche Schraube mit ihrem Umlauf in die Höhlung des Schraubenmütterleins C. geht, treibt sie dasselbige durch solche Bewegung, samt der zwei Trömmlein, auf beiden Seiten des Schraubenmütterleins mit D. E. gezeichnet, auch herum. Indem sie wechselweise sich ab- und aufwinden, die Enden der zwei Seile, so aber die zwei Wirbellein F. G. gehen, und mit den anderen zwei Enden an die Last angebunden sein, verursachen sie durch solch umtreiben, die angehängte Last mit großer Beständigkeit wechselweise hinaufzuziehen, wie solches in dem Abriss gesehen wird.

Die andere Maschine dient, unterschiedliche Kaufmannswaren von einem Schiff oder anderem Orte abzuladen, also Bier, Fässer, Ballen und andere dergleichen Sachen. Zudem dient sie, dass sie ohne besondere Mühe und mit mehrerer Behändigkeit Maschinenarbeit verrichten kann, in Maßen solches in der Figur zu sehen ist.

Denn so ein Mann das Seil zieht, welches drei- oder viermal um das große Rad A. gewickelt ist, macht er dasselbige samt der Trommel B. herumzugehen. Wenn dann die Trommel das Seil auf sich wickelt, an dessen einem Ende die Last angehängt ist. Also zieht das Seil erwähnte Last gar leicht und mit großer Behändigkeit an seinen geordneten Ort.

• Auf epilog.de am 3. Dezember 2021 veröffentlicht