Handel & Industrie – Bergbau

Goldgräberei und Goldwäsche in Kalifornien

Westermanns Monatshefte • Oktober 1857

Voraussichtliche Lesezeit rund 6 Minuten.

Durch vorstehende Maschine, von Jos. Patterson erfunden, bewerkstelligt man in erfolgreicher Weise die vorteilhafteste Absonderung des Goldes. Das Steingeröll wird durch eine Vorrichtung über den Rand geschleudert, während die goldhaltige Erde mit dem Wasser nach innen geleitet und dort vermittels einer ausgezeichneten Sieb­vorrich­tung und durch Anwendung von Quecksilber ausgewaschen werden kann. Auf diese Art werden auch die feinsten Teilchen des Goldes gewonnen, und die Maschine lässt nur sehr geringe Prozente vom Goldwert verloren gehen.

Oft wird die Erde durch einfaches Waschen vermittelst eines starken, heftig wirkenden Wasserstrahls losgelöst und alsdann sogleich weiter geschwemmt, wobei das eingesprengte Wasser sich zu einem kleinen Strome vereinigt, in welchem die eigentliche Sonderung des Goldes weiter bewirkt wird.

Die Minenarbeiter stehen auch häufig inmitten oder zur Seite einer kleinen kunstlosen Wasserleitung, wobei dann der goldhaltige Grund sogleich, nachdem er aufgelockert ist, von der Strömung weitergeführt und ausgewaschen wird.

Die Vorarbeiten sind meist sehr schwierig und dabei häufig erfolglos. Wo man Gold vermuten zu dürfen glaubt, werden sehr tiefe Schächte angelegt, um einesteils die Erde zu untersuchen, ob solche wertvolle Bestandteile hat, anderenteils Quellen zu entdecken, die der Gegend das nötige Wasser liefern können.

Da sich nach vorhergegangenen Untersuchungen die Lage der goldhaltigen Erde oft weit im Innern der felsigen Berge hinzieht, so zeigt sich alsdann die Anlage bedeutender Tunnel notwendig, in welchen einzelne Minenarbeiter beim Schein der Lampe das Gestein loslösen und andere die ausgegrabene Erde aus den dunkeln Höhlungen mühsam an die Oberfläche befördern.

Auch in nachfolgender Weise wird verfahren. Zwei Arbeiter befördern die Erde vermittels ihrer Schaufeln in die mit Wasser gefüllte Leitung, woselbst ein dritter dieselbe umrührt und die größeren Felsstücke auswirft, hierauf sondert sich das Gold in einem eisernen Sieb am unteren Ende und sinkt gereinigt zum Boden.

Die ursprüngliche Art des Goldwaschens bestand darin, dass man die goldhaltige Erde durch Wasser in einem Gefäß umschüttelte, dann die aufgelöste Masse abgoss, worauf das schwere Gold am Boden zurückblieb.

Nachdem die goldhaltige Erde in besonders konstruierte Schleusen oder Rinnen gebracht ist, wird sie in denselben vermittels des hindurchströmenden Wassers ausgewaschen. Das Gold wird in dem siebartigen Boden zurückgehalten und die aufgelöste Erde am Ende der Rinne abgelassen.

Als besonders wichtig sind die Anlagen der Kanäle zu betrachten, welche oft von bedeutender Länge und dauerhafter Festigkeit, mit großen Kosten erbaut werden, um das Wasser, welches von den höheren und entfernteren Gebirgen zusammenströmt, aufzunehmen und nach den Strecken hinzuleiten, wo solches zu den verschiedenen Minierarbeiten nötig ist.

Einzelne Flüsse, deren Grund goldhaltig erscheint, werden durch Gesellschaften von zehn bis zwanzig Männern abgedämmt, und in ein neu­gegra­benes Bett geleitet, wonach der trockengelegte Boden alsdann weiter bearbeitet wird.

• Auf epilog.de am 27. September 2026 veröffentlicht

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