Verkehr – Straßenverkehr
Ein Fahrrad mit Petroleum-Betriebsmaschine
Prometheus • 11.9.1895
Die Versuche zur mechanischen Fortbewegung mehren sich in neuerer Zeit nicht nur bei den gewöhnlichen Straßenfuhrwerken, sondern auch bei den Fahrrädern, die ja auch längst unter die nützlichen Verkehrsmittel eingereiht sind. Die Nutzbarmachung der elektrischen Betriebskraft für diesen Zweck liegt heute sozusagen in der Luft und ist deshalb nichts Neues. Neuerdings aber haben de Dion & Bouton versucht, den Petroleummotor auf das Dreirad zu übertragen.
Fahrrad mit Petroleum-Betriebsmaschine. Sie wollen damit den Radfahrer von seiner Tätigkeit zur Fortbewegung des Fahrzeugs nicht ganz, sondern nur teilweise entlasten, ihn unterstützen, sie verlangen sogar stets seine Mithilfe beim Hinauffahren auf ansteigende Wege. Die Maschine hat demnach nur Hilfszweck; sie ist über der Hinterachse angebracht und soll sehr einfach sein. Sie wird durch die Explosion einer Mischung von Petroleumdampf und Luft, welche elektrisch entzündet wird, betätigt. Die Maschine entwickelt 1/3 PS und setzt eine kleine Pumpe in Betrieb, welche das Petroleum tropfenweise der Explosionskammer zuführt. Die schnell am Zylinder abfließende Luft bewirkt hinreichende Kühlung desselben, so dass Wasserkühlung entbehrlich ist. Die Triebwelle macht 800 Umdrehungen in der Minute. Mit Hilfe der Pedale lässt sich eine Fahrgeschwindigkeit von etwa 33 km/h erreichen. Die kleine, einer fotografischen Kammer ähnelnde Schachtel unterhalb der Lenkstange enthält eine elektrische Batterie von Trockenelementen, welche für 100 Stunden ausreicht. Zwei isolierte Leitungsdrähte verbinden die Batterie mit der Maschine; sie lassen sich durch einen einfachen Griff des Radfahrers ausschalten, wenn er die Maschine außer Betrieb setzen will.