VerkehrStraßenverkehr

Ein Automobil-Tankwagen

Verkehrstechnische Woche • 13.5.1911

Der für den Transport von Benzin bestimmte Tankwagen der Firma H. Büssing in Braunschweig beseitigt durch Anwendung von Sicherheitsarmaturen, bruchsicheren Rohrleitungen, Ventilen und Anschlüssen (die weder bei Bruch noch bei Undichtigkeit die feuergefährliche Flüssigkeit austreten lassen) sowie durch zwangläufige Zufuhr nicht oxidierender Gase, die sonst mit Transport und Abfüllen von Benzintanks verbundenen Gefahren.

Automobil-Tankwagen

Der aus zwei Abteilungen bestehende Hauptbehälter aus 3 mm starkem Eisenblech mit ellipsenförmigem Querschnitt ist mit seinen beiden Domaufsätzen und den schmiedeeisernen Deckeln benzin- und gasdicht vernietet und verlötet; sein Fassungsvermögen beträgt etwa 5000 l. Der ganze Behälter wird durch eine 2,5 cm starke feuerbeständige Schicht aus Spezial-Isoliermasse mit einem Schutzmantel aus 1 mm starkem Eisenblech geschützt. Der etwa 200 l fassende Behälter für den Betriebsstoff des Automobilmotors ist ähnlich eingerichtet.

Die Füllung des Tanks erfolgt durch Anschluss einer Pumpe durch eine Schlauchleitung an die zu entleerenden Eisenbahnzisternen; der jeweilige Inhalt ist an einem Standrohr zu erkennen.

Bei der Entnahme von Benzin werden dem Tank nach Reduktion des Drucks aus Gasflaschen durch Spezialventile nicht oxidierende Gase zugeführt, die die feuergefährliche Flüssigkeit durch ein bruchsicheres Ventil nach der Verbrauchsstelle treiben.

Durch die zweckmäßige Isolation der Behälter ist der Inhalt gegen Erwärmung durch etwaige Außenfeuer geschützt; Sicherheitsschmelzstopfen und Ventile dienen zur Ableitung etwaiger Überdrucke.

Die Zufuhr von Brennstoffen an den Vergaser des Motors erfolgt direkt durch eine bruchsichere Rohrleitung.

• Dr. A. Gr.

Buchtipp:

Neuerscheinung

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• Auf epilog.de am 21. Juni 2022 veröffentlicht

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