U-Bahn in Berlin

Die Verlängerung der Berliner Schnellbahn Thielplatz – Krumme Lanke

Deutsche Bauzeitung • 29.3.1930

Voraussichtliche Lesezeit rund 15 Minuten.

Im Jahr 1926 ist die Hoch- und Untergrundbahn durch Erwerb des Hauptteiles der Aktien in den Besitz der Stadt Berlin übergegangen, mit Ausnahme der etwa 2,8 km langen Dahlemer Strecke zwischen den Bahnhöfen Breitenbachplatz und Thielplatz. Bahnhof Krumme Lanke - EmpfangsgebäudeAbb. 1. Bahnhof Krumme Lanke. Empfangsgebäude.
Wände und Decke des Vordachs weißer Terranovaputz, mit Kunststeinsockel. Eiserne Fenster und Türen der Empfangshalle, Holzfenster hellolivgrün. Oberlichter der Türen schwarze Scheiben mit weißen Schriftbändern. Beleuchtung unter Vordach weiße Mattglasschalen in weißen eisenemaillierten Fassungen.
Diese war Eigentum des Fiskus, vertreten durch die Kommission für die Aufteilung der Domäne Dahlem, Dahlemkommission, für deren Rechnung sie von der Hochbahngesellschaft betrieben wurde. Gelegentlich der 1920 erfolgten Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin wollte der Fiskus das Eigentum der Dahlemer Bahn auf die Stadt übertragen. Diese lehnte aber den Antrag wegen der sehr hohen Zuschüsse für die nicht rentable Bahn ab. In dem anhängig gemachten Prozess wurde durch Urteil des Reichsgerichtes vom 7. März 1924 die Begründung der Stadt bestätigt und festgestellt, dass die Dahlemer Bahn Eigentum des Fiskus ist.

Inzwischen hatte die Dahlemkommission das im Einflussgebiet der Dahlemer Bahn liegende Gelände zum größten Teil verkauft und die Bahn hatte den mit ihr verfolgten Zweck erfüllt. Die Dahlemkommission trat nun erneut mit dem Ersuchen an die Hochbahngesellschaft heran, das Eigentum und den Betrieb der Dahlemer Strecke zu übernehmen. Diese ging dann am 1. Januar 1928 in den Besitz der Stadt über. Gelegentlich der Verhandlungen wurde die Verlängerung der Schnellbahn nach Zehlendorf erwogen. Von den vom Bezirksamt Zehlendorf geplanten beiden Trassen, eine durch die Kronprinzenallee zum Bahnhof Zehlendorf-Mitte und die andere mehr westlich verlaufende zum Bahnhof Zehlendorf West, wurde die Letztere gewählt, da hierfür der erforderliche Geländestreifen bereits im Generalbebauungsplan ausgewiesen war. Außerdem wird durch diese Linie ein für den Ausflugsverkehr bedeutungsvolles Waldgebiet mit Badegelegenheiten an der Krummen Lanke und dem Schlachtensee erschlossen und die in späterer Zukunft erwünschte Verlängerung zu dem südlich der Berlin-Potsdamer Bahn liegenden städtischen Düppeler Gelände ermöglicht. Ferner wurden von dem Sommerfeld-Konzern Wohnbaugeländebesitz zur Verfügung und weitere Leistungen in Aussicht gestellt, die die Stadt Berlin von einer nennenswerten finanziellen Beteiligung befreite.

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Nach der Eröffnung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn 1902 war das Interesse der gut situierten westlichen Berliner Vororte an einem Schnellbahnanschluss geweckt. Selbstbewusst und mit der Unterstützung finanzkräftiger Terraingesellschaften entwickelten die Städte Charlottenburg und Wilmersdorf Pläne für die Erweiterung der Berliner U-Bahn, wobei die Beteiligten teilweise sehr eigenwillige Vorstellungen zur Streckenführung hatten. In diesem Buch schildern ausgewiesene Experten in zeitgenössischen Original-Beiträgen die Entwicklung der Schnellbahnen vom Nollendorfplatz nach Ruhleben, Krumme Lanke und zum Kurfürstendamm zwischen 1906 und 1930. Rund 150 Zeichnungen und Fotos illustrieren dieses Zeitdokument der Berliner Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 16,90 | 114 Seiten | ISBN: 978-3-7578-8381-2

• Auf epilog.de am 31. Mai 2024 veröffentlicht

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