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Deutschlands erstes fahrerloses
Flughafen-Transportsystem wird 25

tvi.ticker • 27. Oktober 2019

Im Oktober feierte der von Bombardier gebaute vollautomatische Peoplemover seinen 25. Geburtstag. Die 1994 am Flughafen Frankfurt in Betrieb genommene SkyLine-Bahn war das erste fahrerlose Schienentransportsystem Deutschlands in einem Flughafen und sorgt dort seitdem für nahtlose Mobilität.

Peoplemover Frankfurt AirportFoto: Bombardier Transportation

Mit 65 Millionen Fluggästen pro Jahr ist der Flughafen Frankfurt der verkehrsreichste Flughafen in Deutschland. Er gehört zu den wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuzen der Welt und liegt bei den verkehrsreichsten Flughäfen in Europa an vierter und weltweit an 13. Stelle.

Der Flughafen, der 1909 für den Betrieb der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft erbaut wurde, ist im Laufe der Jahre schnell gewachsen, sodass bei Eröffnung des zweiten Terminals im Jahr 1994 bereits 54 Millionen Fluggäste jährlich abgefertigt wurden. Um dieses Spitzenaufkommen bewältigen zu können, wurde am Flughafen das erste automatische Peoplemover-System gebaut, mit dem Terminal 1 und das neu eröffnete Terminal 2 verbunden wurden.

SkyLine-Bahn in Frankfurt

Das Herzstück dieses Luftfahrtdrehkreuzes mit zwei Terminals bildet die SkyLine-Bahn, das vollautomatische Bombardier ›Innovia 100‹ Peoplemover-System. Diese bewährte Mobilitätslösung für den Fahrgastverkehr wird auch an weiteren der weltweit größten und verkehrsreichsten Flughäfen eingesetzt und sorgt für eine sichere, schnelle und nahtlose Verbindung zwischen den beiden bestehenden Terminals am Flughafen.

Das gesamte System, das 4 Stationen und eine Strecke von 3,8 km umfasst, ist höchst effizient, und der automatische Betrieb mit einer Geschwindigkeit von 52 km/h sorgt dafür, dass die Fahrgäste in Spitzenzeiten nur 90 Sekunden warten müssen, bis der nächste Zug kommt, während sie in ruhigeren Zeiten eine etwas längere Wartezeit von rund fünf Minuten haben. Dank des zuverlässigen und häufigen Einsatzes des Systems können die mehr als 1400 Passagiere pro Stunde ihren Anschlussflug am nächsten Terminal bequem erreichen und haben genug Zeit, um sich noch einen Kaffee zu holen oder schnell etwas zu essen.

Sicher am Boden

Die SkyLine nutzt die automatische Zugsteuerungstechnologie (Automatic Train control, ATC) für die Sicherheit des Betriebs und der Passagiere. ATC-Systeme kombinieren unterschiedliche Signaltechnik, um sicherzustellen, dass der Zug stets mit sicherer Geschwindigkeit fährt und die Türen so gesteuert werden, dass die Passagiere nicht auf die Gleise gelangen oder durch die Lücke zwischen Bahn und Bahnsteig rutschen können.

Der reibungslose Betrieb des gesamten Systems unterliegt der Verantwortung des Serviceteams von Bombardier, das rund 50 engagierte und kompetente Mitarbeiter umfasst, von denen einige schon seit dem ersten Tag dabei sind. Als Hersteller, Betreiber und Instandhalter des Transportsystems hat Bombardier unter anderem die Systemleistung durch ein umfassendes Betriebs- und Wartungsprogramm für das System optimiert. Mögliche Probleme der SkyLine-Bahn im Betrieb werden schnell erkannt und behoben, bevor sie den Servicebetrieb beeinträchtigen können. Das Ergebnis: eine durchschnittliche Verfügbarkeit von 99,83 %.

Bewährte Technologie für fahrerlosen Betrieb

Der fahrerlose Betrieb der SkyLine-Bahn wird durch das bewährte Festblocksystem Bomabrdier ›Cityflo 550‹ gesteuert. Bei ›Cityflo 550‹ handelt es sich um ein zweikanaliges, gegengeprüftes, kontaktloses computergestütztes Stellwerksystem, das auf operative Integrität ausgelegt ist. Dieses redundant aufgebaute System führt wichtige Stellwerkfunktionen auf der Strecke aus, darunter beispielsweise die Weichensteuerung, um durch Generierung von Geschwindigkeitsbefehlen sichere Taktzeiten zwischen den Zügen zu gewährleisten.

Quelle: Bombardier Transportation

• Auf epilog.de am 30. Oktober 2019 veröffentlicht