Verkehr – Eisenbahn
Bischofshofen
Zentralstation der Eisenbahn im Salzburgischen
Über Land und Meer • Januar 1879
Nicht die historische Kunde, dass hier eine der ältesten Niederlassungen noch aus Römerzeiten ist, noch die wirklich wunderherrliche Alpennatur vermochten Reisende in außergewöhnlicher Zahl hieher zu ziehen, wohl aber der neue Schienenweg der ›Giselabahn‹, welche Bischofshofen zu einem interessanten Knotenpunkt von zwei Bahnen gemacht hat.
Hier vereinigen sich zwei Schienenstränge, der eine, steyrische des Selztales, der andere, welcher von Salzburg in die Gaue dieses Landes führt und einerseits in die Nähe von Gastein, andererseits an den Zeller See und nach Tirol im Anschluss an die Südbahn, d. h. jene, welche über den Brenner einerseits ins Pustertal, andererseits an die lombardisch-venetianische Grenze führt.
Bei Bischofshofen hat auch die Eisenbahn ihre besonderen Schönheiten, welche aus der Notwendigkeit entstanden, die Hemmnisse der Natur zu überwinden. Eine eiserne Gitterbrücke von fast 60 m Spannweite schwebt schlank und kühn über die wild schäumende Salzach und ein Tunnel von fast 700 m Länge durchbricht die zum Himmel starrende Felsenbarre des Tennengebirges und eröffnet so den Weg durch das Fritz- und Salztal nach Steiermark, aus dem man wieder (bei Stainach-Irdning) am Fuße des wahrlich grimmigen Grimming nach Aussee und Ischl und Gmunden, kurz in das steyrisch-oberösterreichische Seegebiet der Westbahn gelangen kann, oder auch in das überwältigende Alpengebiet der wilden Enns der Rudolfsbahn, im weiteren Anschluss an die Südbahn mit der Richtung Graz usw.
