Handel & Industrie

Der Apotheker

Galerie der vorzüglichsten Künste und Handwerke • 1830

Unter dem Namen Apotheke wird ein Kaufladen verstanden, worin mancherlei Heilmittel gegen äußere und innerliche Krankheiten verfertigt und verkauft werden. Der Besitzer eines solchen Kaufladens wird ein Apotheker genannt. Dessen Geschäft besteht vorzüglich darin, die Apotheke in dem notwendigen guten Zustand zu unterhalten und dafür zu sorgen, dass die mancherlei Heilmittel gehörig vorhanden sind und nach der landesherrlichen Vorschrift verfertigt und zubereitet werden.

Die Heilmittel, welche in den Apotheken verkauft werden, sind nach Beschaffenheit der Umstände einfach, oder gemischt und aus mehreren zusammengesetzt. Daher muss der Apotheker die Scheide­kunst verstehen, welche in der Kunst besteht, alle natürlichen Körper in ihre verschiedenen Stoffe aufzulösen. Wenn diese Auflösung mit Metallen geschieht, so heißt es das Reinigen oder Einmachen; bei anderen Körpern wird dieses unter dem Namen Chemie begriffen. Die verschiedenen Grade in der Scheide­kunst sind, das Calci­nieren oder die Verkalkung, welches vermittelst des Feuers und des Brennens der Körper geschieht, die Auflösung, Erhöhung, Faulung, Zertrie­fung, Gerinnung und der Anstrich.

Da bei den verschiedenen Arzneien sehr vieles auf der gehörigen Zubereitung derselben beruht, und oft ein kleines Versehen den größten Nachteil für die Gesundheit und das Leben des Menschen nach sich ziehen kann, so ist daraus abzusehen, wie nötig es sei, dass der Apotheker ein erfahrener und kenntnisreicher Mann in seinem Fach sein müsse.

Das Apothekergewicht, das in ganz Deutschland gleich ist, weicht darin von dem übrigen Gewicht ab, dass das Pfund nur 12 Unzen oder 24 Lot hat.

• Auf epilog.de am 29. April 2026 veröffentlicht

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