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Allianz pro Schiene

Altötting ist Bahnhof des Jahres 2020

tvi.ticker • 25. September 2020

Den Titel ›Bahnhof des Jahres‹ vergibt das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene in diesem Jahr an den bayerischen Wallfahrtsort Altötting. Der Bahnhof Altötting zeigt beispielhaft, welch guten Service Bahnhöfe auch im ländlichen Raum ihren Besuchern und Besucherinnen bieten können, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Freitag in Berlin. Besonders das Angebot für Radfahrer ist ein Vorbild für alle Bahnhöfe in Deutschland und für einen Bahnhof dieser Größenordnung bundesweit fast einzigartig, so Flege. So stellen wir uns einen Bahnhof im ländlichen Raum vor.

Ein Sonderpreis im Wettbewerb Bahnhof des Jahres geht nach Rottenbach in Thüringen. Dort haben sich die Bürger und Bürgerinnen für den Erhalt und Sanierung ihres Bahnhofes eingesetzt und mit einem ›BahnHofladen‹ eine neue Funktion in das historische Gebäude gebracht. Damit haben sie eine Anlaufstelle im Zentrum ihres Ortes geschaffen, die Anwohnern und Reisenden gleichermaßen zugutekommt. Dieser Bahnhof ist laut Jury »viel mehr als ein Umsteigepunkt. Dieser schöne Bahnhof ist ein toller Ortsmittelpunkt.«

Gute Schiene geht auch außerhalb der Großstädte

Ganz bewusst habe die Jury in dem von der Allianz pro Schiene organisierten Wettbewerb Bahnhof des Jahres diesmal zwei Bahnhöfe im ländlichen Raum ausgezeichnet, sagte Flege. Wir wollen zeigen, welch wichtigen Beitrag moderne und gut ausgestattete Bahnhöfe auch abseits der Großstädte zu einem funktionierenden gesellschaftlichen Leben leisten, sagte Schienenallianz-Geschäftsführer Dirk Flege. Altötting und Rottenbach stehen dafür, dass gut gemachte Bahnhöfe auch im ländlichen Raum ihre Kunden begeistern und mit einer hohen Aufenthaltsqualität das Zugfahren bereichern können. Die Schiene muss zurück in die Fläche. Mit solch exzellenten Angeboten für die Reisenden wie an diesen Bahnhöfen wird dies gelingen.

Bahnhof Altötting – Schmuckstück für die Reisenden

Bahnhof AltöttingFoto: Allianz pro SchieneBahnhof Altötting

Als »das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas« bezeichnete der emeritierte Papst Benedikt XVI das in seiner bayerischen Heimat gelegene Altötting. Nun besitzt der bayerische Wallfahrtsort auch den ›Bahnhof des Jahres 2020‹. Die Jury der Allianz pro Schiene zeigte sich beeindruckt von dem »rundum gelungenen Angebot für alle Bahnreisenden« nach der umfassenden Sanierung in Altötting.

Egal ob Pilger, Pendler, Anwohner oder Urlauber – für alle beginnt oder endet an diesem Bahnhof die Zugfahrt mit einem Genuss. Dieser Bahnhof heißt seine Nutzer im wahrsten Sinne des Wortes willkommen. Vorbildhaft steht er für ein tolles Angebot im ländlichen Raum mit einer hohen Aufenthaltsqualität. In Altötting ist es gelungen, Tradition und Moderne zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Das historische, sanierte Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert und der Bahnhof insgesamt bieten innovative Dienstleistungen für die Mobilität im 21. Jahrhundert. Damit ist der Bahnhof Altötting ein Schmuckstück für alle Reisenden in Bayern und darüber hinaus.

Auch ein Herz für Radfahrer

Ganz besonders hat der Jury der Service für Radfahrer gefallen, der für einen Bahnhof dieser Größenordnung fast einzigartig in Deutschland ist. Mit hochwertigen Stellplätzen, abschließbaren Fahrradboxen mit Stromanschluss, mit einem Aufenthaltsraum samt Umkleidekabine, einer Werkbank zur Reparatur und einem barrierefreien Zugang zu den Gleisen bietet Altötting alles, was die Herzen der Radfahrer – egal ob Pendler oder Ausflügler – höherschlagen lässt.

Die Ladestation für E-Bikes an der Nordseite ist geeignet für fast alle Räder – hier können Reisende 95 % der Fahrradmarken mit bereitgestellten Adaptern aufladen. Eine solche universelle Ladestation ist (noch) eine Besonderheit in Deutschland. Mit seinem Angebot für Radfahrer ist der Bahnhof des Jahres 2020 auch ein bundesweites Vorzeigemodell und sticht aus der Masse hervor.

Aber nicht nur die Verknüpfung mit dem Fahrrad stimmt: Der Busbahnhof ist unmittelbar benachbart. Park and Ride-Parkplätze einschließlich Lademöglichkeit für E-Autos stehen direkt am Bahnhof zur Verfügung und sogar ein Car-Sharing-Angebot ist vorhanden. Zu dem attraktiven Paket für die Nutzer des Bahnhofs gehören ein Bistro mit frischen Produkten und Sitzplätzen im Bahnhofsgebäude und im Freien. Gleich nebenan können die Menschen im Reisebüro Fahrkarten buchen oder sich informieren. Für Eilige steht ein überdachter Fahrkartenautomat bereit.

Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz

Zur Wohlfühlatmosphäre trägt das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude bei, das 1896 zur Eröffnung des Bahnhofes errichtet wurde. Die Stadt Altötting ist seit 2005 Eigentümerin und hat seitdem die Anlagen behutsam und mit Rücksicht auf den Denkmalschutz saniert. Die großzügige, offene Wartehalle, einst für die vielen Wallfahrer gebaut und noch heute Pilger- oder Bethalle genannt, lädt durch die gelungene Sanierung heute wieder zum Verweilen ein. Eine Besonderheit stellt der sogenannte Pilgerbahnsteig dar, der mit einer Länge von 220 Metern für Pilgersonderzüge zur Verfügung steht.

Das Fazit der Jury lautet: Am Bahnhof Altötting finden die Reisenden eine perfekte Verbindung von hoher Aufenthaltsqualität mit umfassenden modernen Mobilitätsangeboten.

Lage, Bedeutung und Geschichte des Bahnhofs Altötting

Der Bahnhof Altötting befindet sich auf der Strecke Tüßling – Burghausen. Er wurde 1897 von der Königlich Bayerischen Staatseisenbahn in Betrieb genommen und zuletzt 2019 modernisiert.

Der Bahnhof Altötting hat als internationales, kulturelles Reiseziel Bedeutung erlangt und empfängt jährlich weit mehr als eine Million Ausflugs-, Urlaubs- und Pilgergäste. Das nördlich der Gleise gelegene Empfangsgebäude, ein mehrgliedriger Klinkerbau, steht unter Denkmalschutz. Neben einem großen Warteraum beherbergt das Gebäude eine Pilger- und Bethalle.

An einem der vier Bahnsteige, dem sogenannten ›Pilgerbahnsteig‹ können extra lange Sonderzüge halten. Sowohl Strecke als auch Empfangsgebäude werden von der SüdostBayernBahn RNI GmbH, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG, betrieben. Die DB RegioNetz Verkehrs GmbH Südostbayernbahn fährt den Bahnhof mit täglich etwa 35 Regionalzügen an.

Nördlich des Bahnhofs gelangt man zur Innenstadt, die sich einen Ruf als geistliches Zentrum Bayerns erworben hat. Südlich des Bahnhofs schließt sich ein Gewerbegebiet an.

Bahnhof in Zahlen:
  • Durchschnittliche Reisende pro Tag: 1200
  • Durchschnittliche Züge am Tag: 35
  • Anzahl der Bahnsteiggleise: 3
  • Bruttogeschossfläche Empfangsgebäude: 937 m²
  • Bahnhofsfläche: 4531 m²
  • Barrierefrei: ja

Bahnhof Rottenbach – ein Bahnhof als Bürgertreffpunkt und Mittelpunkt

Bahnhof RottenbachFoto: Allianz pro SchieneBahnhof Rottenbach

Am 5. Juli 2019 eröffnete das neu sanierte Bahnhofsgebäude, ein Schmuckstück aus Holz und Schiefer, umgeben von grünen Inseln. Das denkmalgeschützte Gebäude wird flexibel als ›BahnHofladen‹ und Bürgerbüro genutzt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung im ländlichen Raum. Lange stand das historische Bahnhofsgebäude leer. Nach der Sanierung gilt der Bahnhof als ›Tor ins Schwarzatal‹. Im BahnHofladen samt Bistro werden Produkte aus der Region verkauft. Der BahnHofladen ist die einzige Nahversorgung im Ort und somit eine große Bereicherung für Reisende und Bewohner zugleich. Das Projekt wurde von großem bürgerschaftlichem Engagement geprägt, so haben die Mitglieder der Genossenschaft ›BahnHofladen e.V.‹ aktiv an der Gestaltung als Verkaufsfläche und Bürgertreffpunkt mitgewirkt. Mit der Modernisierung des Bahnhofsgebäudes wurde auch der Bahnhofsplatz umgebaut. Nun dient er als Verkehrsknotenpunkt für Bus, Bahn, Auto und Fahrrad. Die integrierten Landschafsinseln mit Bäumen, die sich auf dem Bahnhofsplatz befinden, leisten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und fügen sich gut in die grüne Umgebung des Bahnhofes ein.

Bahnhof in Zahlen:
  • Durchschnittliche Reisendepro Tag:190
  • Anzahl der Bahnsteiggleise: 3 (1 × Hausbahnsteig, 2 × Mittelbahnsteig)
  • Parkplatzmöglichkeiten: vorhanden
  • Fahrradstellplätze: vorhanden

Quelle:  Allianz pro Schiene

• Auf epilog.de am 30. September 2020 veröffentlicht