VerkehrEisenbahn

Aborte für Eisenbahn-Stationen

Deutsche Bauzeitung • 9.10.1868

Voraussichtliche Lesezeit rund 13 Minuten.

Die zweckmäßige Anlage der Aborte auf den Eisenbahnstationen ist für die Bequemlichkeit des reisenden Publikums von so großer Wichtigkeit, dass es sich leicht erklärt, wenn man von verschiedener Seite her darauf Bedacht genommen hat, die bisherigen Einrichtungen derselben zu verbessern.

Von besonderer Bedeutung ist die Anordnung der Abtritte und Pissoirs auf den Zwischen-Stationen, wo die Züge nur kurze Zeit anhalten; sie müssen deshalb so angelegt werden, dass die Passagiere sie beim Aussteigen sogleich erblicken können. Man findet für dieselben meistens kleine besondere Gebäude am Perron neben dem Empfangsgebäude angeordnet, auf kleineren Stationen auf einer, auf größeren zu beiden Seiten des Stationsgebäudes. Die folgenden Figuren stellen einige der besseren Grundriss-Anordnungen solcher Aborts­gebäude dar. Dieselben sind die Normalpläne für freistehende Aborte der betreffenden Bahnen.

Aborte für Eisenbahn-StationenAbb. 1.

Abb. 1, links, von der Niederschlesisch-Märkischen Bahn, ist ein massives Gebäude, in dessen Mitte vier Sitze im Kreise angeordnet sind, zwei (a) für Frauen, zwei (b) für Männer; die Scheidewände sind von Holz. Das Pissoir ist in einem Anbau c eingerichtet, d eine verdeckte Öffnung zum Ausbringen der Exkremente. Das Gebäude wird durch Öffnungen von 0,6 m Höhe und 0,3 m Breite, welche oberhalb der Tür ringsum angebracht sind, entsprechend gelüftet und erleuchtet.

Abb. 1, rechts, von den Sächsischen-Westlichen Staatsbahnen, ist aus Fachwerk mit Bretterverschalung hergestellt, außen geschmackvoll dekoriert und wird durch vergitterte Öffnungen über den Türen gelüftet und beleuchtet. a sind vier Sitze für Frauen, b zwei für Männer, c Pissoir mit neun Abteilungen.

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Die großartige Entwicklung von Berlin und seinen Vororten ab 1870 hat an den Verkehr auf den Eisenbahnen, besonders an den Verkehr zwischen den Vororten und der inneren Stadt Berlins, Anforderungen gestellt, denen nur durch besondere Anlagen und durch eine besondere Betriebsweise genügt werden konnte. Von dem Aufschwung erhält man ein Bild, wenn man die Entwicklung der Potsdamer Bahn verfolgt. Auf den vorhandenen zwei Gleisen, der sogenannten Stammbahn, ließen sich die drei Verkehrsarten, der Fernverkehr, Güter- und Vorortverkehr, nicht mehr in voller Regelmäßigkeit bewältigen und es musste zur gründlichen Abhilfe der auftretenden Schwierigkeiten die Strecke Berlin – Potsdam viergleisig ausgebaut werden. Die dadurch entstandene neue Vorortbahn, welche am 1. Oktober 1891 eröffnet wurde, hat zum Unterschied von der alten Potsdamer Bahn die Bezeichnung ›Wannseebahn‹ erhalten.
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• Auf epilog.de am 20. Januar 2026 veröffentlicht

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