Bau & Architektur

Verwendung des Linoleums

Polytechnisches Journal • 21.5.1890

Voraussichtliche Lesezeit rund 6 Minuten.

Über eine ausgedehnte Verwendung des Linoleums beim Bau des Herzog Ernst-Seminars zu Gotha macht der Großherzogl. Landbaumeister Günther nachstehend auszugsweise wiedergegebene bemerkenswerte Mitteilungen.

Es sind an besagter Stelle im Ganzen 4050 m² Linoleumteppich verlegt, und zwar 3200 m² auf Beton und 850 m² auf Gipsestrich.

Mit Ausnahme der im Sockelgeschoss des Neubaus gelegenen Wirtschaftsräume sind die Fußböden sämtlicher Räume und auch die Treppen mit Linoleum belegt worden. Dasselbe, unbedruckt, ist von der Delmenhorster Linoleumfabrik in Delmenhorst bei Bremen hergestellt worden.

Da bei dem genannten Neubau von vornherein die Verwendung von Korkteppich beabsichtigt wurde, so sind in Rücksicht hierauf sämtliche Decken als flache Betonkappen zwischen eisernen Trägern, und nur diejenige über dem zweiten Stockwerk als Balkendecke, hergestellt, da letztere gleichzeitig als Dachbalkenlage zur Aufnahme des Dachverbandes dienen sollte. Die Betongewölbe sind waagerecht abgeglichen und glatt gestrichen, und ist hierauf der Korkteppich in der Weise aufgeklebt, dass die ganze zu belegende Fläche mit einem starken, aus Roggenmehl und Terpentin bestehenden Kleister bestrichen wurde. An den Wänden ist ein dichter Anschluss dadurch erreicht worden, dass der Korkteppich etwa 10 mm unter einen 5 mm hohen und 15 mm tiefen Falz der Scheuerleiste geschoben wurde. Diese Anordnung empfiehlt sich deshalb, weil es erwünscht ist, dass das Verlegen des Korkteppichs die letzte Bauarbeit ist, da sonst der Fußbodenbelag ungemein leiden würde. Zu gleichem Zweck ist auch der Ofensockel ausgefalzt. Die Ofenbleche liegen mit der Oberkante des Korkteppichs bündig, haben genau die Stärke des Fußbodenbelags, 35 mm, und sind vor dem Aufbringen des letzteren verlegt.

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• Auf epilog.de am 21. August 2017 veröffentlicht

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