VerkehrSchifffahrt

Nach 25 Jahren im harten Einsatz auf der Ostsee

Seenotrettungsboot ›Wuppertal‹ außer Dienst

tvi.ticker • 15. Februar 2018

Weit im Norden Deutschlands hat der Name Wuppertal eine ganz besondere Bedeutung: An der Ostseeküste vor Maasholm hat er Seeleuten und Wassersportlern gleichermaßen Rettung aus Seenot verheißen. Nach 25 Dienstjahren mit 370 Einsätzen und rund 830 Geretteten ist das Seenotrettungsboot ›Wuppertal‹ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Februar 2018 außer Dienst gegangen. Künftig wird es als Ausstellungsstück an Land für die freiwillige, unabhängige und rein spendenfinanzierte Arbeit der Seenotretter werben.

Das Seenotrettungsboot wird »hoch und trocken« vor dem historischen Rettungsschuppen der Seenotretter aufgestellt. Dort wird es von der oft gefahrvollen Arbeit der Seenotretter künden. Seenotrettungsboot WuppertalFoto: Matthias Böhm/wikipediaSeenotrettungsboot ›Wuppertal‹ im Fischereihafen von Maasholm an der Mündung der Schlei. Mit einer Informationstafel wird es eingebettet in einen ortskundlichen Rundgang des Ostseebades.

In Kühlungsborn war die ›Wuppertal‹ zwischen ihrer Indienststellung 1993 und dem Jahr 2002 stationiert. Getauft wurde sie seinerzeit auf den Namen ›Butt‹, unter dem sie von 2002 bis 2010 auch von Zinnowitz auf Usedom aus im Einsatz war. In Maasholm war das Seenotrettungsboot seit Ende 2010 stationiert. Dort erhielt es im September 2012 den Namen ›Wuppertal‹.

Damit dankte die DGzRS einer Projektgruppe und vielen regelmäßigen Förderern der Seenotretter aus dieser Stadt. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit der Freiwilligen-Station Maasholm über mehrere Jahre zu finanzieren. Historische Vorbilder für die Aktion waren die Ruderrettungsboote ›Barmen‹ und ›Elberfeld‹ der Seenotretter aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Anschaffung ging seinerzeit ebenfalls auf Initiativen aus dem Bergischen Land zurück.

Bei 370 Einsätzen 827 Menschen gerettet

Der Name Wuppertal wird auch künftig mit den Seenotrettern eng verbunden bleiben, nicht nur in Kühlungsborn, sondern auch in Maasholm, wo im Stationsgebäude seit Jahren neben vielen maritimen Ausstellungsstücken auch eine Wuppertaler Flagge hängt. Das dortige Revier gehört zu den einsatzreichsten der DGzRS. Zusammen mit dem rund um die Uhr mit fest angestellten Rettungsmännern besetzten Seenotrettungskreuzer ›Nis Randers‹ erreichen die Seenotretter an der Schleimündung Jahr für Jahr mehr als 100 Alarmierungen.

Etwa ein Fünftel dieser Einsätze entfallen auf die Freiwilligen-Station Maasholm. Sie erhält als Ersatz für die sieben Meter lange und rund 24 Knoten (rd. 45 km/h) schnelle ›Wuppertal‹ das derzeit noch namenlose Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 76. Es handelt sich um einen 8,9 m langen, 400 PS starken und bis zu 36 Knoten (rd. 66 km/h) schnellen Prototyp. Die Seenotretter werden den Neubau in diesem Jahr intensiv erproben.

Einsatzzahlen des Seenotrettungsbootes ›Wuppertal‹ (ex ›Butt‹) im Detail:

  • 1993 bis 2002 - Station Kühlungsborn - 180 Einsätze, 320 Gerettete
  • 2002 bis 2010 - Station Zinnowitz - 53 Einsätze, 147 Gerettete
  • 2010 bis 2018 - Station Maasholm - 137 Einsätze, 360 Gerettete
  • Insgesamt: 370 Einsätze, 827 Gerettete

Quelle:  Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

• Auf epilog.de am 19. Februar 2018 veröffentlicht

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