VerkehrSchifffahrt

Seekanal vom Tyne zum Solway

Zentralblatt der Bauverwaltung • 3.2.1883

Ein Seekanal vom Tyne zum Solway der das nördliche England an seiner engsten Stelle in der Richtung von Newcastle nach Carlisle quer durchschneiden soll, wird dem Architect zufolge gegenwärtig auf seine Ausführbarkeit untersucht. Die Entfernung zwischen den Endpunkten der Seeschifffahrt beträgt jetzt in der Luftlinie etwa 80 km. Nach einem Vortrag des Ingenieurs Barkas auf der Versammlung des Vereins der nordenglischen Ingenieure in Newcastle Anfang Januar 1883 haben nachbenannte in der Linie gelegene Orte die beigefügten Seehöhen: Stocksfield 14 m über Hochwasser des Tyne, Riding Mill 21 m, Corbridge 24 m, Hexham 35 m, Haltwhistle 105 m, Greenhead 122 m, Brampton 97 m und Carlisle 15 m. Es würde möglich sein, den Kanal ohne Schleusen auszuführen, da die penninische Höhenkette bei Greenhead nur sehr schmal ist und mit Ausnahme eines dünnen Basaltstreifens aus weichen Kohlenkalk- und Kohlensandsteinen besteht, die sich größtenteils mit Hilfe von Trockenbaggern ausschachten lassen werden. Wenn man die Tiefe des Einschnitts herabmindern will, so empfiehlt es sich, auf jeder Seite 2 Schleusen anzulegen. Die Speisung der Scheitelhaltung könnte aus den wasserreichen Flussgebieten des Tyne und Solway ohne Schwierigkeit bewirkt werden. Die Kreuzungen mit den Eisenbahnen und Landstraßen finden sämtlich im Flachland statt, geben also zu kostspieligen Brücken mit großen Spannweiten keine Veranlassung. Die Kosten der Anlage sind überschlägig auf 120 Mill. Mark ermittelt worden. Die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals würde in der Erleichterung des Schiffsverkehrs zwischen der Ost- und Westküste Englands, sowie in der Möglichkeit bestehen, die an Erzen und Steinkohlen reichen Grafschaften Cumberland, Northumberland und Durbam dem Seeverkehr vollständig zu erschließen.

• Auf epilog.de am 24. Juli 2017 veröffentlicht