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Schnellverkehr in New York City

The Manufacturer and Builder • Juli 1874

Die besondere Lage der Stadt New York auf einer langen, schmalen Insel, die an einem Ende fast das Festland berührt und über die sich die Stadt auszubreiten droht, erfordert einen Schnellverkehr in Längsrichtung.

Derzeit gibt es vier Projekte, die besondere Aufmerksamkeit verdienen, darunter die Beach Pneumatic Railway. Die Statuten dieser Gesellschaft wurden kürzlich geändert, um mehr Platz unter dem Broadway zu schaffen. Die wichtigste Tatsache, die mit der Versuchsstrecke, die seit einiger Zeit unter einem Teil des Broadway in Betrieb ist, bewiesen wurde, ist, dass mit einem Luftdruck von nur 70 g/cm² des Wagenquerschnitts, d. h. einem Sechzigstel des Drucks über oder unter der normalen Atmosphäre, ein Zug mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h und sogar 160 km/h sicher geschoben oder gezogen werden kann.

Ein weiterer ausgezeichneter Plan wird von der New York Warehouse and Railway Company vorgelegt. Wenn die Gesetzesvorlage dieser Gesellschaft, die so genannte Gardner Bill, vom Gouverneur unterzeichnet wird, besteht kaum ein Zweifel daran, dass in einigen Jahren sowohl Personen- als auch Güterwaggons rund um die Waterfront verkehren werden. Die natürliche Folge einer solchen Einrichtung wäre ein faktischer Wiederaufbau der Stadt. Wie in den meisten Seestädten würden sich die Großhandelslager an der Uferpromenade ansiedeln, weil es dort viel billiger und einfacher ist, dem Gewerbe nachzugehen und Güter umzuschlagen als im Landesinneren. Innerhalb eines Jahrzehnts würden statt der heute in unmittelbarer Nähe der baufälligen Kais und Piers stehenden schäbigen Gebäude stattliche und dauerhafte Geschäftshäuser am Wasser stehen. Der Broadway und der zentrale Teil der Insel würden vom Verkehr entlastet und die Kosten und Belästigungen durch Zehntausende von Fuhrwerken und Lastwagen eingespart.

Bezüglich der Gilbert Elevated Railway ist es beruhigend zu hören, dass etwas unternommen wird, nachdem die Gesellschaft alles erhalten hat, was sie von der Legislative gefordert hat. Es wird berichtet, dass ein Vertrag für die Eisenbahn abgeschlossen werden soll. Die Pläne dieser Gesellschaft vereinen mehr Vorteile als die jeder anderen Hochbahn. Sie wird die Straßen und Alleen, die sie durchqueren wird, nicht verunstalten, sondern verschönern und den oberirdischen Verkehr in keiner Weise behindern. Was die Belästigung der Anwohner entlang der Strecke betrifft, so ist diese stark übertrieben worden und muss im Interesse der Öffentlichkeit auf jeden Fall hingenommen werden.

Die Hochbahn der Greenwich Elevated Railway, die anfangs ein völliger Fehlschlag war, solange mehrere stationäre Lokomotiven eingesetzt wurden, die die Waggons mit Hilfe eines Drahtseils bewegten, ist seit dem Einsatz kleiner Lokomotiven, die jeweils zwei oder drei ziemlich lange Waggons ziehen, ein durchschlagender Erfolg geworden. Die Zahl der Fahrgäste liegt bereits bei 3000 pro Tag und nimmt ständig zu. Kein Wunder, denn die tägliche Erfahrung zeigt den großen Vorteil, nie von Straßenhindernissen aufgehalten zu werden, während es doch sehr reizvoll ist, sich in schnellem Tempo über Wagen, Autos und Menschen fortzubewegen, die sich zu bestimmten Tageszeiten in der Greenwich Street zu einem unentwirrbaren Stau formieren. Die Pferde haben sich bereits daran gewöhnt, und auch die Anwohner entlang der Strecke sind nicht mehr böse. Noch in diesem Jahr wird die Linie durch einen Seitenarm von der Twelfth Street zum Central Park und von der unteren Endstation über die Battery zur South Ferry verlängert. Außerdem wird auf der gesamten Strecke ein zweites Gleis gebaut, so dass die Linie beliebig viele Fahrgäste befördern kann.

• Auf epilog.de am 3. April 2024 veröffentlicht

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