VerkehrEisenbahn

Neue Unterinntalbahn

Highspeed und höchste Sicherheit

tvi.ticker • 26. November 2012

Höchste Sicherheitsstandards, modernste Technik und maximalen Fahrkomfort bei Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h, das bietet die neue 40 km lange Hochleistungsstrecke östlich der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember kommt auf der Hochleistungsstrecke das modernste Zugsicherungssystem ETCS Level 2 (European Train Control System) zum Einsatz. Bereits zum Start werden mehr als die Hälfte der Güterzüge und der schnelle Fernverkehr auf die neue Strecke verlagert – im Rahmen der Hochfahrphase sollen bis Ende 2013 weitere Züge folgen.

Highspeed im Fernverkehr – Modernstes Zugsicherungssystem

Ab sofort stehen im Tiroler Unterland zwischen Kundl und Baumkirchen vier Gleise für den Bahnbetrieb zur Verfügung. Personenfernverkehrszüge wie der ÖBB Railjet sowie der Güterverkehr können umweltfreundlich durch die beiden 17 km langen Tunnelketten fahren. Die Fahrzeit nach Wien wird sich durch das Unterinntal und der Hochleistungsstrecke Wien – St. Pölten ab Dezember um 20 Minuten verkürzen. So wird die Reisezeit Innsbruck – Wien künftig 4 Stunden 15 Minuten betragen. Auf der bestehenden zweigleisigen Strecke im Unterinntal kann der Personennahverkehr in den nächsten Jahren wirkungsvoll ausgebaut werden.

Als Nordzulauf zum künftigen Brenner Basistunnel bietet die neue Hochleistungsstrecke der Transportwirtschaft zusätzliche Beförderungskapazitäten. In Baumkirchen, Stans und Radfeld stehen drei Verknüpfungsstellen – die jeweils mit 160 km/h einen raschen Wechsel der Züge zwischen bestehender und neuer Bahnstrecke ermöglichen. Die Hochleistungsstrecke ist mit dem aktuell modernsten Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet. Die Lokführer erhalten ihre Fahrbefehle nicht mehr durch Lichtsignale entlang der Strecke sondern die Infos und Daten werden über den Funkstandard GSM-R direkt an die Lok übermittelt. Dieses System wird europaweit auf den wichtigen Hauptachsen zum Einsatz gebracht. Es garantiert Einheitlichkeit für grenzüberschreitende Verkehre, gewährleistet ein Höchstmaß an Sicherheit und lässt Geschwindigkeiten von über 220 km/h zu.

Die Bau- und Ausrüstungsarbeiten für die neue Unterinntalbahn waren eine enorme Herausforderung und fanden internationale Beachtung. Um die insgesamt 34,5 km langen zweigleisigen Tunnels im Boden und in den Bergflanken des Inntals vorzutreiben, wurden alle gängigen Baumethoden angewandt: Von den bergmännischen Spreng- und Baggervortrieben über Arbeiten unter Druckluft zum Schutz gegen das Grundwasser bis zu Vereisungen und dem ersten inneralpinen Einsatz von Tunnelvortriebsmaschinen mit einem Schilddurchmesser von 13 m hatte die Großbaustelle alles zu bieten. Mehrmals unterqueren die Tunnels die Autobahn A 12 und die bestehenden Bahngleise sowie den Inn. Unter dem Bahnhof Fritzens / Wattens war es sogar erforderlich, verschiedene Vortriebs- und Sicherungsarbeiten zu kombinieren, um so eine neue Baumethode zu entwickeln, die erstmals erfolgreich angewandt wurde. Nur 6 m unter den bestehenden Gleisen und dem laufenden Bahnbetrieb auf der Weststrecke haben die ÖBB-Techniker trotz Lockermaterial und Grundwasser eine gigantische Röhre in den Untergrund gebaut. Experten aus allen Kontinenten haben in den vergangenen Jahren Tirol besucht, um sich persönlich ein Bild von den professionellen Bahnbauarbeiten im Unterinntal zu machen.

Quelle: ÖBB

• Auf epilog.de am 28. November 2012 veröffentlicht