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Masseys rotierende Dampfmaschine

Polytechnisches Journal • 1872

Rotierende DampfmaschineAbb. 1.

Die Abb. 1 stellt diese Maschine in perspektivischer Ansicht und Abb. 2 im Vertikal­durch­schnitt dar. A ist das Dampfzuleitungsrohr, B das Aus­strömungs­rohr. Ein in Abb. 2 durch Punktierung angedeuteter Exzenter wirkt auf den Winkelhebel C, welcher mit der Spindel des balancierten Doppelventils D verbunden ist. In dem ovalen äußeren Gehäuse E rotiert an der Achse F die Trommel G. Die radiale Verschiebung der Kolben H erfolgt mittels der an jeder der inneren Seiten des Gehäuses angebrachten festen Exzenter. Ihre relativen Stellungen beim Beginn und am Ende jedes ihrer Hube sind in den Abbildungen angegeben. Der dampf­dichte Schluss wird durch eine Metallfeder-Packung erzielt, welche an den Kolben­enden, da wo sie das äußere Gehäuse berühren, angeordnet ist. Die Seiten der Kolben gleiten mit möglichst geringer Reibung an den Seitenwänden des Gehäuses. Oben befindet sich eine metallene Scheidewand L, welche gleichfalls mit einer Metallfeder-Packung ausgestattet und um ihre Mitte drehbar ist. Eine auf der Seite der Dampfausströmung angebrachte Stellschraube dient zur Verhütung eines zu starken Drucks dieser Scheidewand gegen den Umfang der Trommel.

Das Ventil wird, wie oben bemerkt, von dem durch Punktierung in Abb. 2 angedeuteten Exzenter aus mittels des Winkelhebels C in Tätigkeit gesetzt. Dieser Exzenter lässt sich so justieren, dass es die am Ende des horizontalen Hebelarmes befindliche Friktions­rolle an irgendeinem Punkt des Kolbenhubes freilässt. Die Feder M (Abb. 1) wirkt alsdann auf einen Hals der Ventilspindel, schließt das Ventil und schneidet den Dampf scharf ab.

Rotierende DampfmaschineAbb. 2.

Die Wirkungsweise der Maschine ist demgemäß folgende. Der bei A eintretende Dampf füllt den Raum zwischen J und L und häuft sich daselbst an, bis sein Druck stark genug ist, die Maschine in Rotation zu setzen. Wenn nun der Dampf an der geeigneten Stelle abgeschnitten wird, so expandiert sich der in dem Raum zwischen J und L befindliche und der dem Kolben in den Raum zwischen J und K folgende Dampf, bis der nächste Kolben die Stelle J erreicht. In diesem Moment findet auch die Ausströmung des expandierten Dampfes statt, indem der in den Raum J K eintretende Kolben dem Rand J begegnet und der austretende Kolben den Rand K verlässt. Der von neuem in den Raum J L zugelassene Dampf komprimiert den expandierten Dampf, dessen Druck gegen den Kolben rasch, jedoch ohne Stoß, bis zu der Stelle wo er abgeschnitten wird, zunimmt, worauf sich die Expansion wiederholt. Man wird bemerken, dass aller ausströmende Dampf der expandierte zwischen den Punkten J und K enthaltene Dampf ist. Durch eine einfache Ventilbewegung lässt sich die Maschine leicht anhalten und nach entgegengesetzter Richtung in Rotation setzen. Während ihrer Bewegung durch den Bogen J K findet vermöge der Gestalt des festen Exzenters keine radiale Verschiebung der Kolben statt. Zu jeder anderen Zeit herrscht auf beiden Seiten der Kolben der gleiche Druck, weshalb sie sich unter geringem Kraftaufwand aus- und einwärts bewegen. Der äußere Bogen J K hat einen Halbmesser von 18 Zoll, der innere einen solchen von 14 Zoll. Dieses gibt einen mittleren Halbmesser von 16 Zoll und einen mittleren Hub von 33 Zoll. Die Kolbenfläche beträgt 18 × 4 = 72 Quadratzoll.

Die beschriebene Maschine wird von der Massey Rotatory Engine, Company in New York gebaut.

Scientific American, Mai 1872.

• Auf epilog.de am 16. Juli 2026 veröffentlicht

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