Handel & Industrie – Maschinenbau
Maschine zum bequemen Lesen vieler Bücher
Schatzkammer mechanischer Künste • 1620
Dieses ist eine schöne und künstliche Maschine, welche allen denjenigen sehr bequem ist, die den Studien obliegen, vornehmlich aber denen, die übel zu Fuß und mit dem Podagra beladen sind.
Denn mit dieser Art Maschine kann man eine große Menge Bücher ohne Aufstehen und Veränderung eines Orts sehen und zugleich umwenden. Überdies hat sie diese Bequemlichkeit, dass sie an dem Ort, wo sie aufgestellt wird, sehr wenig Platz und Raum einnimmt, wie ein jeder Vernünftige aus ihrem Abriss leicht erkennen kann. Es ist aber solch ein Rad mit dem Kunstgriff zugerichtet und auf solche Weise angeordnet, dass, wenn man die Bücher auf ihre Pulte oder Täfelchen legt, dieselben – obschon das Rad herumgetrieben wird – niemals herabfallen oder sich von ihren Orten, wohin sie gelegt sind, bewegen. Sondern sie bleiben ein Mal wie das andere und kommen der studierenden Person zum Lesen vor, wie sie auf die Pulte ohne irgendein Anbinden gelegt sind. Es kann auch dieses Rad groß oder klein nach Gefallen gemacht werden, doch dass der Meister, der es zusetzt, eines jeden Teils Proportionen des Rades und Kunstgriffs wohl observiere und in gute Acht nehme. Wie er denn solches leicht tun kann, wenn er alle Stücke dieser unserer kleinen Rädeln und die anderen Kunstgriffe, die allhier in dieser Maschine gesehen und in ihrer besonderen Proportion und Mensur gemacht werden, wohl betrachten wird. Und damit solches jedermann, der diese Maschine begehrt anzurichten, desto leichter verstehen möge, habe ich allhier alle Kunstgriffe, welche zu dieser Maschine erfordert werden, absonderlich vorgebildet und entdeckt, damit sie jeder desto besser fassen und sich derselben nach Notdurft zu gebrauchen wisse.

