VerkehrEisenbahn

Neue Schnellbahnen

Von Hans Dominik

Die Woche • 19.6.1909

Voraussichtliche Lesezeit rund 10 Minuten.

Unter dem Titel Ein neues Schnellbahnsystem, Vorschläge zur Verbesserung des Personenverkehrs von August Scherl, ist in diesen Tagen eine umfangreiche Denkschrift erschienen. Das Werk behandelt in drei Kapiteln die Krisis im gegenwärtigen Eisenbahnsystem, das neue System, das diese Krisis beseitigen soll, und endlich die wirtschaftlichen und sozialen Vorteile und Fortschritte, die solcher Verkehrsverbesserung auf dem Fuße folgen dürften.

Was zunächst das erste Kapitel angeht, so dürfte wohl die Mehrzahl aller Leser mit dem Herausgeber der Denkschrift darin übereinstimmen, dass unsere heutigen Verkehrsverhältnisse sehr viel zu wünschen übriglassen. Unser heutiges Eisenbahnwesen befindet sich in einer bedenklichen Klemme. Während der Verkehr und das Verkehrsbedürfnis beständig wachsen, gestattet die gegenwärtige Verkehrs- und Betriebsorganisation eine Steigerung der Leistungen nur in beschränktem Maße. So kommt es, dass uns an vielen Stellen das unleidliche Motto vom Ende der Leistungsfähigkeit entgegentönt. Wir kennen es in Berlin speziell von der Stadtbahn her. Aber auch im Industriebezirk von Rheinland und Westfalen ist die gleiche Lösung nur zu wohlbekannt. Dort müssen viele Kohlen liegen bleiben, viele Feierschichten gemacht werden, weil die Eisenbahn nicht imstande ist, die geforderte Verkehrsleistung zu schaffen. Seit 10 Jahren haben diese Zustände beängstigende Dimensionen angenommen, und wie unser Verkehr sich in 20 Jahren abspielen soll, wenn nicht gründliche Besserung geschaffen wird, daran wagt gerade der gewissenhafte Verkehrstechniker kaum zu denken.

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• Auf epilog.de am 26. September 2020 veröffentlicht

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