VerkehrNahverkehr

Das erste moderne Trambussystem
der Türkei in Malatya

tvi.ticker • Februar 2014

Malatya, Hauptstadt der gleichnamigen ostanatolischen Provinz, wird als erste türkische Stadt ein komplett neues Trambusnetz aufbauen. Gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller Bozankaya hat Vossloh Kiepe den Auftrag zur Lieferung von zehn Doppelgelenk-Trambussen erhalten. Vossloh Kiepe ist dabei für die komplette elektrische Antriebsausrüstung der modernen Fahrzeuge verantwortlich. Schon im Frühjahr 2014 sollen die ersten Fahrzeuge des Projekts ›Trambüs‹ fahrbereit in Malatya zur Verfügung stehen.

TrambussystemFoto: Vossloh Kiepe

Die futuristisch anmutenden Fahrzeuge des Herstellers Bozankaya (mit Niederlassungen in Salzgitter und Ankara) werden nicht nur ein tramähnliches Design haben, sondern auch einen Zweiachsantrieb mit tramähnlicher Energieversorgung aus der Oberleitung. Die 24 Meter langen Busse erfüllen mit jeweils 58 Sitz- und 164 Stehplätzen die hohen Kapazitäts-Anforderungen des Öffentlichen Personennahverkehrs in Malatya.

Angetrieben werden die vierachsigen Doppelgelenkbusse von zwei Traktionsmotoren mit jeweils 160 kW Dauerleistung an den zwei mittleren Achsen. Außerdem wird in die Fahrzeuge eine Dieselgenerator-Einheit verbaut, die ausreichend elektrische Energie liefert, um das Fahrzeug im Notbetrieb oberleitungsfrei betreiben zu können. Das neue Verkehrssystem soll den städtischen Nahverkehr in Malatya entscheidend entlasten. Die zahlreichen Busse und privaten Minibusse sollen ersetzt und somit CO₂-Emissionen reduziert werden.

Zunächst wird eine Strecke von der Innenstadt zur Universität, die rund 10 km östlich der City gelegen ist, aufgebaut. In den kommenden Jahren soll dann ein Netzausbau auf 25 Kilometer folgen.

Quelle:  Vossloh Kiepe GmbH

Buchtipp:
Die Aufbruchstimmung und der technische Fortschritt im 19. Jahrhundert führten zu immer neuen Erfindungen, die den Verkehr beschleunigen und die Antriebe optimieren sollten. Dabei wurde oft das System von mit Dampflokomotiven bespannten Zügen auf zwei Schienen grundlegend in Frage gestellt. Manche dieser Ideen sind heute wieder aktuell, und so lohnt sich ein unverfälschter Blick auf dieses interessante Kapitel der Verkehrsgeschichte.
  PDF-Leseprobe € 18,90 | 148 Seiten | ISBN: 9-783-7583-7184-4

• Auf epilog.de am 4. März 2014 veröffentlicht

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