Verkehr – Schifffahrt
Eisenbahn-Fährverbindung
Sassnitz – Trelleborg
Zentralblatt der Bauverwaltung • 7.7.1909
Lange Zeit war zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern die Linie Hamburg –
| a) Zingst – Trelleborg | 103,7 km lang |
| b) Barhöft – Trelleborg | 116,7 km lang |
| c) Arkona – Trelleborg | 83,0 km lang |
| d) Sassnitz – Trelleborg | 107,0 km lang |
Die beiden ersten Linien mussten wegen der sehr schwierigen und kostspieligen Aufrechterhaltung der Fahrrinne infolge Versandung ausscheiden. Die Wahl zwischen den beiden letzten Linien war nicht leicht. An und für sich verdiente die Linie Arkona –
1 Mark in 1909 ≈ € 7,20 in 2025. Die Herstellung eines neuen Hafens bei Arkona würde außerdem noch weitere 2 Millionen Mark mehr erfordert haben als die Erweiterung des Hafens Sassnitz zu einem Fährhafen. Diese nicht unerheblichen Mehrkosten sowie die Möglichkeit, den Fährbetrieb um ein bis zwei Jahre früher eröffnen zu können und auch wohl Rücksichten auf das aufblühende Sassnitz dürften den Ausschlag zugunsten der Linie Sassnitz –
Abb. 1. Fähranlage von Sassnitz aus gesehen.
Die bisherigen, sehr beschränkten Bahn- und Hafenanlagen in Sassnitz-Hafen bedurften zur Aufnahme des Fährverkehrs einer umfassenden Erweiterung (Abb. 1 – 3). Zur Verbesserung der Bahnsteiganlagen und zur Gewinnung von Gelände für Aufstellungs-, Lade- und Kohlenverladegleise sowie für Güter- und Zollschuppen, Postgebäude, Betriebswerkstätte, Kaiflächen, Brücken und Fährkammern mussten kostspielige Futter- und Kaimauern sowie umfangreiche Anschüttungen in See ausgeführt werden. Im Sassnitzer Hafen, der bisher nur nach Osten und Südosten durch eine Mole geschützt war, ist zur Erzielung eines guten und ruhigen Fährhafens eine neue Westmole angelegt. Die vorhandene Hauptmole ist um etwa 230 m verlängert, so dass zwischen den beiden Molenköpfen eine Hafeneinfahrt von 125 m Weite sich ergeben hat. Die Wassertiefe ist – so weit die 4,9 m tiefgehenden Fährschiffe verkehren – im Hafen von 5 m auf 6,5 m und in der Einfahrt sowie vor dem Hafen auf 7,5 m ausgebaggert worden. Die Schienenoberkante liegt vor den Landungsbrücken auf 3,20 m über Mittelwasser.
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